Worum es geht
Viele Menschen haben Vorurteile gegenüber dem Führen eines Haushaltsbuchs: Ist das nicht total geizig? Nimmt es einem die Lockerheit im Leben? In dieser Folge räume ich mit diesen Mythen auf und zeige dir, warum das Gegenteil der Fall ist. Ein Haushaltsbuch gibt dir Kontrolle, Sicherheit und die Möglichkeit, bewusster mit deinem Geld umzugehen – ohne Verzicht, sondern mit mehr finanzieller Freiheit. Ich erkläre, warum du gerade durch den Überblick über deine Finanzen entspannter Geld ausgeben kannst und nicht in eine zwanghafte Sparmentalität verfällst.
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Transkript
Folge 7 zum Nachlesen · 4 Minuten Lesezeit
Macht ein Haushaltsbuchführen nicht total geizig? Ist es nicht total spießig, jede Ausgabe aufzuschreiben? Werde ich dann nicht so geizig und drehe jeden Cent um? Schränke ich mich dann nicht total ein? Verkrampft man damit nicht, wenn jemand ein Haushaltsbuch führt? Nimmt es einem nicht die Lockerheit und den Spaß am Leben? Das ist das Thema dieser Folge. Denn, ja, diese Angst oder Skepsis bei dem Thema habe ich schon häufig irgendwo wahrgenommen.
Besonders in Interviewsituationen ist mir das immer wieder fahrend. Und wenn es zum Thema Haushaltsbuch kam, kam oft die Frage auf oder genau das Vorurteil zur Sprache. Ich selber führe, seitdem ich zurückdenken kann, Haushaltsbuch, habe eine eigene App dafür entwickelt, spreche hier darüber, und natürlich rate ich auch, Haushaltsbuch zu führen. Und in dieser Folge möchte ich über meine Sichtweise dazu sprechen.
Du kannst den Gedanken und die Angst dahinter verstehen. Denn deine Ausgaben aufzuschreiben bedeutet, dir bewusst zu machen, wo du dein Geld ausgibst. Höchstwahrscheinlich macht man sich dann auch mehr Gedanken darüber. Vielleicht sitzt dann auch hier und da mal das Geld nicht so locker. Das ist sehr wahrscheinlich. Und auch irgendwie Sinn und Zweck des Haushaltsbuches. Denn du willst im Mehrbewusstsein für deinen Konsum erlangen.
Heißt das aber, dass man dadurch geizig wird? Vielleicht, und aus meiner Sicht hängt es stark von dir ab und von deinen Zielen. Es gibt natürlich auch Menschen, die versuchen, jeden Cent wirklich bei sich zu halten, und super viel Wert darauf legen, möglichst wenig Geld auszugeben. Das ist persönlich nicht mein Ziel und auch nicht das Ziel für ein Haushaltsbuch aus meiner Sicht. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Wer das mag, soll das so machen.
Aber ich habe dazu eine andere Idee und eine andere Meinung. Und ich denke, es ist wichtig, dass du lebst, dass du dir Dinge gönnst, dass du dich frei entfaltest mit deinen Finanzen. Aber – und das ist für mich der Schlüssel zum wahren Glück mit deinen Finanzen in meiner Welt –, dass du anfängst, bewusst zu konsumieren. Was heißt das für mich? Dass du nach deinen wahren Prioritäten anfängst zu leben. Nach deinen wahren Werten. So wie es dir wirklich wichtig ist.
Dafür schaffst du mit einem Haushaltsbuch das Bewusstsein. Durchs Haushaltsbuch verstehst du, wie du aktuell wirklich konsumierst. Du kannst es anpassen, wenn du feststellst: So will ich eigentlich nicht leben. Denn ganz, ganz viel tun wir unbewusst oder gewohnheitsmäßig. Und dann ist meistens das Geld weg. Denn was ist die Alternative? Nicht hinschauen. Dann ist in der Regel das Geld weg, und du weißt nicht, wo. Wenn du keinen Überblick hast, gibst du dein Geld meistens wahllos aus. Oder man neigt dazu, das Geld wahllos auszugeben, dann ist es weg. Und genau das wollen wir mit einem Haushaltsbuch vermeiden.
Ich möchte an dieser Stelle sogar einen Schritt weitergehen und gerne das Blatt mal umdrehen und die Frage in den Raum stellen: Wer ist denn eigentlich wirklich gezwungen, jeden Cent umzudrehen? Wer ist denn gezwungen, sein Geld zusammenzuhalten? Und was sind das für Situationen, wo du eigentlich automatisch gezwungen wirst, irgendwann hinzugucken? Wann drückt der Schuh? Dann, wenn das Geld nur so durchgeht. Dann, wenn du keine Kontrolle über deine Finanzen hast. Und deswegen habe ich eine ganz klare These.
Ich bin der Meinung, dass du eher geizig, dass du eher knauserig wirst, wenn du unsicher bist, wenn du nicht weißt, wo dein Geld landet. Wenn du vielleicht auch, ja, knapp bei Kasse bist, weil dein Geld einfach immer weg ist, dann bist du gezwungen, geizig und knauserig zu werden, weil das Geld halt in der Regel weg ist. Und deswegen macht es sehr viel Sinn, genau Bescheid zu wissen und dir im Prinzip bewusst zu machen, was du dir eigentlich leisten kannst, beziehungsweise dir bewusst zu machen, was eigentlich drin ist. Und das erfährst du, wenn du Haushaltsbuch führst. Wenn du genau weißt: So viel Geld habe ich, den Spielraum habe ich, dann kannst du dich ja viel besser entfalten, dann kannst du viel entspannter auch mal Geld ausgeben, wenn du weißt, es ist da. Und ich glaube, dass jemand, der von Herzen her nicht geizig ist, der wird eher spendabler werden, wenn er weiß, dass er sich die Dinge leisten kann, wenn er weiß: Ich habe meine Finanzen im Griff, und wenn er weiß: Das ist auch drin für mich.
Es gibt viele Vorurteile gegenüber dem Thema Haushaltsbuch. Die sind aus meiner Sicht alle haltlos. Deswegen ist für mich immer die Frage: Was ist eigentlich dein Ziel? Was ist dein Fokus, wenn du Haushaltsbuch führst? Das kann natürlich sein, dass du dann spießig sein möchtest beziehungsweise dein Geld geizig zusammenhalten möchtest. Ich empfehle dir aber was anderes. Ich empfehle dir, den Fokus dahin zu legen, mehr Kontrolle zu erwirken und dann eher so ein bisschen ins Gegenteil zu kommen, dass du spendabler dadurch wirst. Dadurch, dass du weißt, ich kann mir Dinge leisten. Dadurch, dass du weißt, dass es einfach funktioniert, dass du deine Finanzen im Griff hast. Also ich kann dich nur ermutigen, ein Haushaltsbuch zu führen, denn so ein Haushaltsbuch gibt dir im Grunde Sicherheit darüber, was drin ist. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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