GELDVERSTEHEN
Cover des GELD VERSTEHEN Podcasts
FOLGE 4 · 6. MÄRZ 2025 · 10 MIN

Die 3 häufigsten Fehler beim Haushaltsbuch führen

Worum es geht

Ein Haushaltsbuch zu führen klingt einfach, doch viele machen dabei entscheidende Fehler – und verlieren trotzdem den Überblick über ihre Finanzen. In dieser Folge erfährst du die drei häufigsten Denkfehler, die Menschen daran hindern, ihr Geld wirklich unter Kontrolle zu bekommen. Ich erkläre dir, warum der Fokus auf Auswertungen oft in die falsche Richtung führt, weshalb eine einmalige Bestandsaufnahme nicht ausreicht und wie du vermeidest, dich in komplexen Tabellen zu verlieren. Stattdessen zeige ich dir einen einfachen, alltagstauglichen Weg, um deine finanziellen Gewohnheiten nachhaltig zu verändern.

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Transkript

Folge 4 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit

Willkommen zu einer neuen Folge GELD VERSTEHEN. In dieser Folge möchte ich darüber sprechen, was die gängigsten Fehler sind, die man beim Haushaltsbuchführen machen kann. Denn auch wenn man denkt: Haushaltsbuch führen, das ist doch gar nicht so kompliziert – in der Realität ist es häufig doch anders. Und genau das hat mich am Anfang von meinem GELD-VERSTEHEN-Projekt häufig irritiert: dass es viele Menschen gibt, die sich bei mir gemeldet haben und Hilfe gesucht haben, die eigentlich schon sehr, sehr stark bemüht waren, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen, und es trotzdem nicht geschafft haben, Kontrolle über die Finanzen zu bekommen, und nicht verstanden haben, wo ihr Geld eigentlich verloren geht.

Meiner Erfahrung nach gibt es nämlich viele Herangehensfehler beim Thema Haushaltsbuchführen, die dazu führen, dass trotz großem Aufwand keine wirklichen Ergebnisse da sind und das Geld am Ende dann doch irgendwie weg ist. Deswegen solltest du natürlich nicht einfach nur Haushaltsbuch führen, sondern auf die richtige Art und Weise, denn so bekommst du die Kontrolle, die du dir eigentlich wünschst. Schauen wir uns in dieser Folge drei häufige Fehler an, die gemacht werden, und was du stattdessen tun solltest.

Fehler Nummer eins geht ein ganz klarer Denkfehler voraus, und der führt dazu, dass das Thema häufig mit einem falschen Fokus angegangen wird. Das ist so ein bisschen dem geschuldet, wie das Thema Haushaltsbuch aus meiner Sicht überall gezeigt wird. Man sieht überall Grafiken, Statistiken, Kategorien, wie sich die Ausgaben verteilen. Im Grunde kann man sagen, die Auswertung wird überall in den Mittelpunkt gestellt. Deswegen startet man häufig beim Thema Haushaltsbuch auch genau da, bei der Auswertung. Man überlegt sich: Was möchte ich denn eigentlich alles auswerten? Ich kann eine Sache sagen, die ich gelernt habe: Die Auswertung ist überhaupt nicht der entscheidende Punkt, der dir hilft, deine Finanzen wirklich in den Griff zu bekommen. Das ist sicherlich mal wertvoll, aber die wahren Erkenntnisse, die du haben solltest beim Thema Haushaltsbuchführen, die kommen nämlich beiläufig. Dazu später mehr. Deswegen ist Fehler Nummer eins der falsche Fokus, und zwar Fokus auf das Thema Auswertung.

Jetzt kommen wir zu Fehler Nummer zwei. Ich nenne diesen Fehler die Crashdiät. Oder auch die Wochenendaktion. Das ist die Idee, sich einmal hinzusetzen und Ordnung zu schaffen. In die Falle tappen viele Menschen, die feststellen: Irgendwas läuft nicht so richtig, wie ich mir das wünsche. Jetzt setze ich mich mal hin. Ich mache das mal am Wochenende. Da muss ich da mal hingucken. Dann setze ich mich hin und schreibe das alles mal runter. Der Wunsch ist, dass man sich die Fälle einmal hinblickt und dann alles wieder gut ist. Das Problem ist aber, dass es auch nicht wirklich die Lösung ist. Wenn du mit deinem Geld nicht so auskommst, wie du dir das wünschst, dann reicht es eben nicht, einmal hinzusehen und alles zu servieren.

Dieses Vorgehen hat meistens auch den Nachteil, dass es super anstrengend ist, alles auf einmal zusammenzutragen. Auf der anderen Seite hast du auch das Problem, dass dir meistens dann doch was entgeht. Versteh mich nicht falsch, natürlich ist es besser als nichts, sich mal hinzusetzen und für Tatsachen zu schaffen. Vielleicht hast du auch ein paar Erkenntnisse und stellst fest: Okay, das kann ich verändern, und jenes kann ich verändern. Aber du hast auch da wieder das Problem, dass du über dein wahres Verhalten eigentlich nicht viel lernst und auch wieder den falschen Fokus hast. Und da kann ich dir ganz klar sagen: Deine Finanzen in den Griff zu bekommen oder in deinem Griff zu haben, ist nicht mit einer Einmalaktion gelöst.

Der dritte Fehler, den ich festgestellt habe, klingt wahrscheinlich für dich im Endeffekt sehr, sehr logisch. Aber für mich war das sehr augenöffnend, gerade am Anfang von meinem Projekt GELD VERSTEHEN. Denn ich habe ja tatsächlich riesengroße Excel-Tabellen gesehen, von denen ich ja ehrlicherweise am Anfang auch kurz beeindruckt war, wie viel Aufwand Menschen dort mit ihren Finanzen teilweise betreiben. Und wenn ich mir dann erklären lassen wollte, was dort eigentlich passiert oder wie derjenige da gedanklich vorgeht, habe ich relativ schnell gemerkt: Ja, ich konnte erstens kaum folgen, und derjenige hat sich relativ schnell dann auch meistens so verhaspelt und konnte mir schwer überhaupt erklären, was er da macht. Sprich, derjenige hat sich komplett verzettelt. Und da ist es sehr, sehr häufig vorgekommen, dass Menschen dort viel zu kompliziert und viel zu verkrampft drangegangen sind und dann im Prinzip eigentlich darüber nur verkrampft haben. Das heißt also, extrem viel Aufwand betrieben, aber dadurch auch das Ganze sehr verkompliziert haben. Und ja, ich nenne das, sagen wir mal so, klassischerweise: den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen haben.

Das passiert, glaube ich, Menschen sehr schnell, die auch gerne und viel mit Excel arbeiten, dass sie in diese Falle tappen. Aber ein ganz wichtiger Schlüssel beim Thema Haushaltsbuch ist, dass es wirklich einfach ist und alltagstauglich ist. Warum, darauf gehe ich gleich noch mal ein. Aber ganz wichtig, deswegen ist Fehler Nummer drei: Es darf kein riesengroßes Thema sein, und du darfst auf keinen Fall in die Falle tappen, dich dabei stark zu verzetteln.

Noch mal zusammengefasst: Viele Menschen da draußen betreiben extrem großen Aufwand beim Thema Haushaltsbuch, aber haben trotzdem keine Klarheit. Fehler Nummer eins: Fokus auf die Auswertung legen. Fehler Nummer zwei: eine Einmalaktion daraus zu machen. Und Fehler Nummer drei: das Ganze super komplex anzugehen.

Aber schauen wir jetzt mal hin, was viel wichtiger ist und was du stattdessen tun solltest. Denn das Wichtigste, was du dir bewusst machen solltest, ist aus meiner Sicht, dass das Thema Finanzen dich ein Leben lang begleitet. Und viel Aufwand zu betreiben, um da jetzt ein Ergebnis zu haben, ist ein Trugschluss. Denn erstens hältst du es gar nicht durch, dein Leben lang quasi mit viel Aufwand deine Finanzen in den Griff zu bekommen. Und deswegen brauchst du unbedingt einen Umgang damit, der alltagstauglich ist. Und eine Sache kann ich dir sagen: Ob du finanziell gut unterwegs bist, hängt sehr stark mit deinen Gewohnheiten ab. Und die sind über Jahre hinweg antrainiert. Wenn du dir also andere Ergebnisse wünschst, dann ist es logisch, dass du deine Gewohnheiten ändern musst. Deswegen geht es nicht darum, jetzt mal kurzfristig etwas zu streichen und kurz ein bisschen anzupassen, sondern beiläufig deine Gewohnheiten zu ändern. Du musst es schaffen, nach und nach deine Geldflüsse zu bändigen.

Und deine Gewohnheiten, die deckst du nicht über Nacht auf, und die deckst du auch nicht auf, indem du darüber grübelst oder irgendwelche Auswertungen machst. Und die wirst du auch nicht in einer Einmalaktion verändern. Daher sollte erst mal dein Fokus nur sein, Gewohnheiten aufzudecken. Und das ist die Hauptaufgabe von deinem Haushaltsbuch. Dafür ist der erste Schritt immer: Schreib mal deine Ausgaben auf. Und zwar auf die simpelste Art und Weise. Nimm dir wirklich Zeit dafür. Immer mit dem Ziel – und das macht dann hinterher den Unterschied –, beiläufig mehr über dich und deine Gewohnheiten zu erfahren. Und dafür reicht es tatsächlich, deine Ausgaben zu notieren und vielleicht von Zeit zu Zeit mit Abstand mal draufzuschauen und zu reflektieren. Vielleicht: Welche Ausgaben brauchst du wirklich? Was ist dir davon wichtig? Welche Gewohnheiten willst du verändern? Nur so kommst du zu einem soliden Fundament, und das ist meistens gar nicht so viel Aufwand.

Und wenn du das mal eine Zeit lang gemacht hast, dann passiert wirklich was Magisches. Dadurch, dass du es jetzt schwarz auf weiß siehst, was passiert, erkennst du irgendwann von selbst, wie du deine Zahlen beeinflussen kannst. Und dadurch, dass du es erkennst, fängst du an, deine Prioritäten auch zu verändern und anders zu konsumieren. Und das macht langfristig den Unterschied. Also, ich kann dich nur ermutigen: Starte mit einem Haushaltsbuch. Und wenn du dich jetzt vielleicht auch ein bisschen verzettelt hast, starte doch vielleicht mal neu auf der grünen Wiese. Ich kann dir da nur unsere Haushaltsbuch-App OnePeek mal an die Hand geben oder ans Herz legen. Vielleicht schaust du dir die mal an. Und ja, das waren die drei häufigsten Fehler beim Thema Haushaltsbuchführen. Ich bedanke mich fürs Zuhören, und bis zum nächsten Mal.

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