Worum es geht
Vielleicht kennst du das: Du nimmst dir fest vor, endlich Ordnung in deine Finanzen zu bringen. Die Motivation ist riesig – und ein paar Wochen später ist alles wieder eingeschlafen. Und mit jedem gescheiterten Anlauf wächst der Frust und das Gefühl, es einfach nicht hinzukriegen.
In dieser Folge räume ich mit genau diesem Gedanken auf. Denn dass du bisher nicht drangeblieben bist, liegt in den allermeisten Fällen nicht an dir – sondern daran, wie du das Thema angegangen bist. Ich zeige dir die drei typischen Gründe, warum so viele Menschen immer wieder abbrechen, und spreche über ein Phänomen, das fast jeden am Anfang erwischt – und das die meisten komplett falsch deuten.
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Transkript
Folge 75 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit
Vielleicht ist es aktuell gerade nicht das erste Mal, dass du dir vornimmst, deine Finanzen zu strukturieren, Ordnung reinzubringen und sie in den Griff zu bekommen. Vielleicht ist es schon das dritte, vierte, fünfte Mal, und du hast jedes Mal denselben Ablauf erlebt. Es ist ein großer Vorsatz dabei, eine Riesenmotivation vielleicht. Am Anfang bleibst du ein paar Tage, ein paar Wochen vielleicht dran, und dann schläft es irgendwie ein. Das Bittere daran ist natürlich: Bei jedem Versuch, den du startest, wächst dein Frust, und der Glaube „Ich krieg das irgendwie nicht hin“ wird natürlich größer. So oder so ähnlich geht es vielen Menschen, die bei mir landen. Genau das habe ich schon so oft erlebt. Und irgendwie wird das Thema bei diesen Menschen im Kopf dann logischerweise immer größer und schwerer.
Eine Sache vorweg, die ich auf jeden Fall mitteilen möchte, ganz, ganz wichtig: Dass du daran mehrfach gescheitert bist, heißt auf keinen Fall, dass du ja überhaupt nicht mit Geld umgehen kannst und undiszipliniert bist oder ja einfach zu doof dafür bist. Das bist du definitiv nicht. Das habe ich schon so oft erlebt. Fast alle, die das versuchen, machen allerdings einen oder mehrere kleine Fehler. Und zwar häufig nicht bei dem Was, was sie tun, sondern bei dem Wie, wie sie es angehen. Und das zu erkennen ist super wichtig, weil ansonsten natürlich dein Frust beim nächsten Anlauf schon vorprogrammiert ist, wenn du das nicht änderst. Deswegen geht es heute in dieser Folge nicht darum, was zu tun ist, sondern vor allen Dingen darum, mit welchem Mindset und welcher Herangehensweise du das Thema starten solltest, damit du im Endeffekt nicht wieder abbrichst und dass du es schaffst, diese Schleife mal zu durchbrechen.
Was sind die Gründe, warum Menschen immer wieder damit aufhören und abbrechen? Ich habe das Ganze mal in drei typische Abbruchursachen klassifiziert, die ich dir jetzt vorstellen möchte. Denn ich bin mir sicher, wenn du in dieser Schleife steckst, dann wirst du dich in einer dieser drei auf jeden Fall wiederfinden, wenn nicht sogar in allen dreien. Und deswegen kann das für dich die ganz große Erkenntnis sein, das diesmal anders anzugehen.
Nummer eins ist, dass Menschen damit viel zu groß starten. Gerade wenn man etwas Neues anfängt, will man alles richtig machen, will alles erfassen, alles kategorisieren, auswerten, was dort mit seinen Finanzen passiert, und hat einen Riesenehrgeiz. Und das ist ja grundsätzlich auch erst mal gut. Deswegen kann ich auch ganz klar sagen: Die meisten Menschen, die dort mit ihren Finanzen Schwierigkeiten haben, haben gar nicht so ein Disziplinproblem oder ein Problem damit, ja, was eigentlich zu tun ist, sondern haben einen riesengroßen Ehrgeiz. Das habe ich irgendwie häufig erlebt. Sie haben sich aber in irgendeiner Form verzettelt und brechen deswegen ab, weil sie einfach viel zu viel machen und deswegen gar nicht wirklich vorankommen beziehungsweise den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Und das Problem ist dann häufig: Je mehr du dort wirklich reinsteckst, desto schneller ist irgendwie die Luft raus. So geht es leider ganz, ganz vielen Menschen, die es nicht schaffen, langfristig dranzubleiben, weil sie einfach viel zu groß starten und im ersten Schritt schon viel zu viel Energie reinstecken.
Punkt Nummer zwei und ebenfalls ein sehr, sehr häufiger Abbruchgrund ist, dass wir versuchen, alles gleichzeitig ändern zu wollen. Das heißt also, ihre Finanzen erfassen, dann anfangen zu sparen, dann anfangen, schon Vermögen aufzubauen, versuchen, parallel das persönliche Verhalten umzukrempeln. Also das Ganze im Prinzip so ein bisschen wie eine Crashdiät zu behandeln und von null auf hundert ihr komplettes Leben eigentlich, was Finanzen angeht, einmal auf links drehen zu wollen. Und das funktioniert halt nicht. Das ist so ein bisschen die Erfahrung, die dann leider viele machen müssen. Das hält man nicht durch. Der bekannte Jo-Jo-Effekt tritt dann ein, und man fällt zurück auf den Anfang, weil man sich das Ganze selber viel zu kompliziert macht, an viel zu vielen Baustellen gleichzeitig versucht, etwas zu drehen. Und das fällt einem logischerweise dann schnell auf die Füße und führt dazu, dass man wieder aufhört.
Und Punkt Nummer drei ist das große Problem, das wir wahrscheinlich alle im Leben haben, der eine in dem Lebensbereich, der andere im anderen Lebensbereich. Bei Finanzen hat man das Ganze auch sehr, sehr schnell: Man erwartet extrem schnell und früh Ergebnisse. Wir fangen etwas Neues an und erwarten im Endeffekt, dass nach wenigen Tagen, nach wenigen Wochen direkt die ganz große Erleuchtung kommt und sich vielleicht das Blatt wendet, das Konto plötzlich voll ist und sich die Welt in eine andere Richtung dreht. Vielleicht nicht ganz bewusst, aber zumindest unbewusst ist das eine Erwartungshaltung, die wir häufig haben, die uns ausbremst, langfristig dranzubleiben. Denn Finanzen sind ein Thema, wo wir einfach logischerweise langfristig dran sein müssen, damit sich etwas ändert.
Wenn wir aber in der Erwartungshaltung sind, dass sich relativ schnell etwas Großartiges verändert hat, dann wird uns das Ganze logischerweise relativ schnell wieder einholen und auch frustrieren. Das Konto wird nicht innerhalb von zwei Wochen komplett gefüllt sein. Deswegen müssen wir uns klarmachen, dass die Erwartungshaltung eine andere sein muss und wir nicht enttäuscht sind und sofort das Handtuch schmeißen und sagen: Bringt ja nichts, und wieder aufhören. Denn die Erkenntnisse, die wir gewinnen werden, wenn wir den Weg langfristig angehen, die brauchen einfach Zeit. Das waren meine drei typischen Abbruchursachen, die die Menschen betreffen, in die Menschen tappen.
Ein weiterer Punkt ist etwas, was ich auch nicht unerwähnt lassen möchte, gerade wenn du an dem Punkt stehst, wo du jetzt sagst: Okay, diesmal gehe ich es anders an! Ein Begriff, den ich vor einiger Zeit mal irgendwo aufgeschnappt habe: der Begriff der Erstverschlechterung. Mach dir bewusst, gerade wenn du jetzt neu startest, stell dich einfach darauf ein, dass es sich am Anfang erst mal so anfühlt, als würdest du Rückschritte machen. Du schaust zum ersten Mal wirklich hin. Du siehst schwarz auf weiß, wo dein Geld hingeht. Du siehst, wo es hakt. Das tut weh. Das fühlt sich wie ein Rückschritt an, weil plötzlich eine Erkenntnis da ist, eine Wahrheit da ist, die du vielleicht so vorher gar nicht klar hattest. Das fühlt sich meistens an wie eine Verschlechterung.
Und das ist der Moment, in dem viele dann aufhören, wieder wegschauen, sich davor sträuben und denken: Das ist nicht der richtige Weg. Das funktioniert hier nicht für mich. Ich will das gerade nicht. Das ist der Moment, in dem du weitermachen musst und erkennen musst, dass diese erste Verschlechterung, also das Gefühl der Erstverschlechterung, eigentlich etwas ist, was zeigt, dass du auf einem guten Weg bist, weil Erkenntnisse kommen. Und wenn du da durchgehst, dann geht es nach vorne. Dann wirst du merken: Okay, alles klar, jetzt habe ich die Zügel in der Hand. Und darum geht es im Endeffekt. Und wer das einmal verstanden hat, der hört natürlich auch nicht an diesem Punkt auf.
Deswegen jetzt vielleicht noch mal zusammengefasst: Was solltest du bei diesem Versuch, deine Finanzen in den Griff zu bekommen, einfach anders machen? Ich habe hier noch mal ein paar wichtige Punkte für dich, an denen du dich entlanghangeln solltest, was dein Fokus sein sollte, damit du es schaffst, langfristig dranzubleiben. Weil das ist der Schlüssel: langfristig dranzubleiben.
Nummer eins ist, dich absichtlich zu unterfordern, nenne ich das gerne. Bewusst kleiner starten, als du vielleicht jetzt möchtest. Fang langsam an, deine Finanzen erst mal zu ermitteln. Fang langsam an, erst mal nur aufzuschreiben, was dort irgendwo durchgeht oder wo Geld hingeht. Sonst nichts. Lass ein bisschen Zeit vergehen. Änder erst mal nichts. Fang auch nicht an, direkt was zu bewerten, sondern nimm es erst mal wahr. Schreib es einfach erst mal auf. Der häufigste Grund, warum Menschen aufhören, ist halt auch so ein bisschen Druck. Du machst dir Druck. Nimm den Druck raus. Sei erst mal nur in der Beobachtung. Alles ist erlaubt, alles soll so laufen, wie es läuft. Du willst einfach nur beobachten. Das sollte dein Mindset sein.
Und ganz klar: Das Ziel von deiner Routine ist nicht das Ergebnis, dass du nächste Woche mehr Geld hast, sondern einfach, dass du ja aufgeschrieben hast, was passiert. Weil dadurch dann langfristig die Erkenntnisse kommen, mit denen du besser arbeiten kannst. Denn, und das sage ich immer wieder: Erkenntnisse kommen beiläufig und kommen im richtigen Moment. Die kannst du kaum erzwingen. Erst wenn du deine Finanzen eine Zeit lang mal nüchtern beobachtest, wirst du verstehen, wo dein Geld eigentlich landet, beziehungsweise verstehen, wo dein Geld in Zukunft ja nicht mehr landen sollte, weil das schon eine sehr persönliche Sache ist, deine Finanzen. Das sieht auch bei jedem anders aus. Deswegen solltest du lernen, auf dein Bauchgefühl zu hören, auf deine Intuition zu hören. Und das kommt erst beiläufig, wenn du eine Zeit lang dabei bist.
Deswegen solltest du unbedingt die Reihenfolge einhalten und dir erst mal den Überblick verschaffen. Und dann hintenraus, irgendwann, wenn du merkst: Okay, jetzt habe ich verstanden, wo mein Geld hinfließt, jetzt passe ich mal etwas an und fange vielleicht dann auch mal an, Rücklagen aufzubauen, fange dann irgendwann auch mit Vermögensaufbau an. Aber mach es nicht direkt am Anfang. Vermisch das alles nicht sofort. Mach das Ganze nicht zu einem Riesenrucksack auf deinem Rücken, denn dann wirst du eher dazu neigen, wieder aufzuhören.
Noch mal kurz zusammengefasst: Du bist bei dem Thema meistens nicht das Problem, sondern dass du das Thema zu groß machst, dir zu viel auferlegst, zu früh damit beginnst, Dinge zu streichen, das Ganze viel zu scharf angehst. So machen es die meisten. Und deswegen macht es ganz viel Sinn, dir da einfach eine gewisse Zeit zu geben und dafür zu sorgen, dass irgendwann eine Aufwärtsspirale entsteht. Denn wenn du immer wieder abbrichst, dann kommst du definitiv nicht weiter. Also von meiner Seite aus: Bleib dran, zieh das Ganze durch. Mach dir keinen Druck, sondern geh das Ganze langsam an, und dann kommen die Erkenntnisse zum richtigen Zeitpunkt.
Und wenn du jetzt Lust hast zu starten, dann kann ich dir natürlich unsere App empfehlen. Hol dir unsere App, starte damit. Fang erst mal an aufzuschreiben, wo dein Geld hinwandert, und leg so los. Ich bedanke mich fürs Zuhören, und bis zum nächsten Mal.
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