Worum es geht
Du weißt, dass du dich kümmern solltest. Du willst sparen, Ordnung reinbringen, endlich den Überblick haben. Aber jedes Mal fehlt dir die Energie, überhaupt anzufangen. In dieser Folge geht es genau um dieses Gefühl. Warum Motivation beim Thema Geld fast immer fehlt – und warum genau das völlig normal ist. Wenn du dich schon oft gefragt hast, warum du bei Finanzen einfach nicht ins Tun kommst, obwohl du es eigentlich willst, dann wirst du dich hier sehr wiederfinden.
Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:
Transkript
Folge 49 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit
Eigentlich müsste ich mich mal mit meinen Finanzen beschäftigen. Ich will doch auch mehr Geld sparen und meine Geldthemen besser im Griff haben. Aber mir fehlt die Motivation. Ich habe einfach keine Energie dafür. Vielleicht hast du es auch schon öfter versucht, dich da mehr mit zu beschäftigen, aber, ja, sofort die Motivation verloren. Wir alle wissen, das Thema ist für viele Menschen sehr, sehr trocken. Sehr, sehr schwierig, da ranzukommen, aber dennoch natürlich super wichtig. Kaum ein Thema bestimmt unseren Alltag wie das liebe Geld. Daher möchte ich in dieser Folge über das Thema Motivation und Finanzen sprechen. Und, ja, was auch häufig der Grund für fehlende Motivation ist und was du tun kannst, um mit deinen Finanzen durchzustarten, wenn es dir genauso geht.
Dir fehlt also die Motivation, dich mit deinem Geld auseinanderzusetzen? Das kann ich gut verstehen. Und ich kann dir eins sagen: Das ist auch irgendwie ganz normal, dass die Motivation fehlt. Denn wenn du neue Dinge angehen willst, dann ist es super selten, dass dort eine riesige Motivation dafür da ist. Ich vergleiche das gerne mal mit so einer Situation aus dem Alltag. Ein Dreijähriger, der hat auch keine Lust, sich die Zähne zu putzen. Der muss das erst mal lernen. Aber wenn du das Ganze gelernt hast und auch verstanden hast, was deine Vorteile sind, und auch die Vorteile zu schätzen weißt, dann willst du irgendwann nicht mehr darauf verzichten, dir die Zähne zu putzen, und dann ist auch definitiv Motivation da.
Und genau so funktioniert es auch beim Thema Finanzen. Das ist eigentlich sehr verrückt, da hat keiner so wirklich Bock drauf. Aber ich habe das häufig genug erlebt: Wenn wir dann wirklich erst mal in Bewegung gekommen sind und die ersten Ergebnisse sehen und du anfängst zu verstehen, wie du mit deinem Geld besser umgehen kannst, und ein besseres Gefühl dafür gewinnst, dann fängt es an, Spaß zu machen, und, ja, dann kommt die Motivation automatisch auf dem Weg. Das Problem ist also nicht die fehlende Motivation, sondern so ein bisschen die Sichtweise darüber. Und vielleicht wartest du aktuell darauf, dass die richtige Motivation kommt. Ich kann dir eines sagen: Du brauchst keine Motivation, um loszulegen. Warte nicht auf die Motivation. Und deswegen sollte es eigentlich viel mehr um die Frage gehen: Wie kommst du jetzt in Bewegung?
Ja, wie schafft man es nun anzufangen, ohne irgendwie Motivation für das Thema zu haben, und, ja, wirklich durchzuziehen, bis dann diese Motivation wirklich kommt oder die Ergebnisse kommen? Ich sag dir eins: Der größte Showstopper, das, was die meisten Menschen falsch machen, ist, dass wir am Anfang viel zu viel wollen. Und ich nenne es immer gerne: mit der Brechstange an das Thema rangehen, das Fass viel zu groß aufmachen und uns im Grunde Ziele setzen, die von Anfang an erst mal sehr, sehr weit weg sind, vielleicht sogar unerreichbar scheinen, und, ja, unsere Motivation damit im Prinzip selber kaputt machen, weil wir gar nicht daran glauben, dass wir das Ziel überhaupt erreichen können. Dann wird der Berg zu groß. Und, ja, im Prinzip machen wir dann doch wieder gar nichts und überlassen unsere Finanzen sich selbst.
Und daher ist der Schlüssel das, was du jetzt brauchst: zum einen einen ganz klaren Plan, der für dich nachvollziehbar ist, von dem du selber glaubst, dass er dich wirklich langfristig auch deinen Zielen näherbringt. Und zum anderen brauchst du umsetzbare, super kleine Schritte, die im Prinzip jetzt aktuell gar keine Hürde darstellen und für die du einfach jetzt gar keine große Motivation brauchst, um sie zu bewerkstelligen. Und genau darum geht es ja eigentlich immer bei GELD VERSTEHEN. Deswegen kann ich dir an dieser Stelle noch mal empfehlen, dir auch alle anderen Folgen anzuhören. Das ist meine Idee, an das Thema heranzugehen: super kleine Schritte zu wählen, die dich im Prinzip immer weiter zu deinem Ziel führen.
Und du kannst es dir so vorstellen, vielleicht ein Beispiel aus einem anderen Bereich: Wenn jemand mit dem Thema Laufen, Joggen anfängt und bis dahin noch nie gelaufen ist, dann ist meistens der Tipp von den Experten: Fang super klein an, mit kleinen Schritten. Geh am Anfang vielleicht nur spazieren, bevor du laufen gehst, bevor du wirklich anfängst zu joggen. Lauf nur ganz, ganz kleine Strecken. Das heißt also, such dir Ziele, die im Endeffekt, ja, für dich keine ganz große Hürde darstellen, und lauf bewusst kleine, kurze Wege. Aber vor allen Dingen eins: Bau eine Routine dafür auf.
Und die logische Konsequenz ist: Wenn du das Thema so angehst, läufst du diese Runde, die du laufen willst, natürlich relativ entspannt und locker. Und wenn du merkst, es tut dir gut, die frische Luft, die Bewegung tut dir gut, du wirst vielleicht auch von Mal zu Mal so ein bisschen schneller, bist nicht mehr so außer Atem – dann kommt die Motivation, und dann macht es Spaß. Dann fängt es an, dass du mehr willst, und dann darfst du erst wirklich anfangen zu steigern, denn dann trägt dich deine Motivation über weitere Hürden hinaus. Und wenn du, ja, wortwörtlich erst mal in Bewegung bist, dann kommt das meistens automatisch.
Und das ist auch meine Empfehlung und meine Erfahrung beim Thema Finanzen: Ich nenne es gerne, sich absichtlich zu unterfordern. Das wird am Anfang sehr, sehr ungewohnt sein, fühlt sich vielleicht sogar ein bisschen falsch an, weil du hast ja eigentlich ein ganz anderes Ziel. Du willst ja eigentlich ganz viel erreichen. Am Anfang nur sehr, sehr wenig zu tun – es fühlt sich mit Sicherheit so an, als müsstest du mehr machen. Vielleicht musst du dich sogar so ein bisschen dazu zwingen, mit kleinen Schritten anzufangen. Aber wenn du einen guten Weg einschlägst, dann wirst du auch so Ergebnisse sehen und wirst nach und nach mehr Spaß daran bekommen, mehr Freude daran bekommen und auch Motivation bekommen, das ganze Thema weiter auszubauen und dich damit mehr zu fordern. Und das ist das, was ich dir raten würde, wenn du aktuell mit dem Thema Motivation zu tun hast. Denn wenn du mit kleinen Schritten dranbleibst, wirst du Ergebnisse sehen, und langfristig wird deine Motivation steigen.
So weit die Theorie dahinter. Was heißt das Ganze jetzt in der Praxis? Was ist das, was ich dir konkret empfehlen würde, wenn du jetzt vor dem Berg stehst, deine Finanzen angehen zu wollen? Ja, was heißt das konkret? Du fängst bei null an, und eigentlich hast du wahrscheinlich das Ziel, irgendwo Geld zu sparen, Geld zur Seite zu legen. Dann ist mein erster Rat an dich: Leg den Fokus genau darauf erst mal nicht. Also verschieb das Thema erst mal ein bisschen nach hinten. Das hört sich jetzt wahrscheinlich sehr falsch für dich an, zahlt sich aber über die Zeit doppelt und dreifach aus, wenn du einen Weg einschlägst, an dem du dranbleibst.
Worauf sollst du dich stattdessen konzentrieren? Ich habe es auch schon in der letzten Podcastfolge beschrieben: Du brauchst eine vernünftige Routine, wie du auf dein Geld blickst, wie du dein Geld verstehst, deine Geldflüsse erkennst, wohin dein Geld fließt. Das heißt also, am Anfang würde ich dir sehr, sehr stark raten, erst mal nur anzufangen und aufzuschreiben, wo du dein Geld ausgibst. Und ich weiß, das ist am Anfang definitiv auch schon genug an Aufgabe, deswegen würde ich alles andere auch erst mal ausblenden. Aber was du an Gewinn daraus ziehen wirst, das kannst du wahrscheinlich jetzt gar nicht so richtig einschätzen. Denn es ist super wertvoll zu wissen, wohin das Geld fließt. Und du wirst dabei definitiv Erkenntnisse bekommen, mit denen du jetzt einfach gar nicht rechnest.
Daher meine ganz große Empfehlung: Wenn du mit dem Thema fehlende Motivation für deine Finanzen zu tun hast, setz deinen Fokus nur darauf, aufzuschreiben, wo du dein Geld ausgibst. Und später, wenn du das hinbekommen hast und Erkenntnisse daraus ziehst und merkst: Okay, ich weiß, wohin mein Geld fließt, und ich kann es jetzt vielleicht auch ein bisschen lenken – dann fang an, bewusst zu sparen, und wende da im besten Fall natürlich diesen gleichen, in Anführungsstrichen, Trick bewusst an und unterfordere dich da. Da würde ich dir auch raten, mit super kleinen Beträgen erst mal anzufangen. Etwas, was dich gefühlt wieder unterfordert, so aber machbar wird. Immer mit dem Ziel, erst mal nur die Routine aufzubauen. Und dann, wenn es anfängt, Spaß zu machen, und die Motivation da ist, dann kannst du immer noch mehr machen.
Denn die Motivation, die du vielleicht jetzt suchst, die kommt auf dem Weg. Deshalb fang an, begib dich auf den Weg mit kleinen Schritten, die im besten Fall so klein sind, dass du nicht mal Motivation dafür brauchst. Und erzeuge so deine eigene Motivation selbst. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen
Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.