Worum es geht
Manchmal wissen wir genau, dass wir uns endlich mit unseren Finanzen auseinandersetzen sollten – und schieben es trotzdem immer wieder vor uns her. Warum fällt uns der erste Schritt so schwer, und wie gelingt es, trotzdem ins Handeln zu kommen? In dieser Folge sprechen wir über die Hürden, die uns oft davon abhalten, genauer hinzuschauen, und warum sich der Weg dennoch lohnt.
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Transkript
Folge 33 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit
Eigentlich müsste ich mich mal hinsetzen und mich mit meinen Finanzen beschäftigen. Eigentlich müsste ich mal genauer hinschauen, wo mein Geld eigentlich landet. Aber irgendwie schiebe ich es vor mir her. Beziehungsweise vielleicht habe ich sogar Angst davor. Vielleicht habe ich einfach keinen Bock hinzuschauen. Weil es wehtun könnte. Weil es vielleicht Schmerz verursacht. Weil es vielleicht unangenehm ist. Weil wir uns dann vielleicht eingestehen müssten, dass wir nicht alles so 100 Prozent machen, wie wir uns das eigentlich wünschen. Weil vielleicht auch Erkenntnisse auftauchen würden, die uns ein bisschen wehtun würden. Und ja, häufig ist das eine Ursache, warum wir das Thema Finanzen überhaupt gar nicht erst angehen beziehungsweise Ewigkeiten vor uns herschieben. Genau darüber möchte ich in dieser Folge sprechen: wie du es schaffst, diesen Frust erstens zu vermeiden und es zweitens schaffst, in die Handlung zu kommen und im besten Fall, ja, ohne Schmerzen durch das Thema durchzugehen.
Und zuallererst: Wenn du an dem Punkt bist, dass du sagst: Okay, ich müsste mich eigentlich mal mit meinen Finanzen auseinandersetzen, tue es aber aus dem Grund nicht, weil ich Angst davor habe, dass es Schmerzen verursacht, dass es wehtut, das Hingucken – dann kann ich dir eine Sache sagen. Das Wichtigste ist erst mal: Akzeptiere das. Denn genau so wird es wahrscheinlich auch kommen, dass es erst mal schmerzhaft ist. Das ist ganz normal, und da musst du halt einfach auch ein bisschen durchgehen. Das ist auch so die Erfahrung, die ich gemacht habe. Für die meisten Menschen tut es im ersten Moment einmal ein bisschen weh. Es ist ein bisschen unangenehm, weil plötzlich Erkenntnisse kommen, vor denen man sich jahrelang vielleicht einfach weggedrückt hat.
Und das kennen wir auch aus anderen Bereichen. Auch da tut das Hinschauen oder das Sich-bewusst-Machen der Situation – gerade wenn man in einem Bereich nicht die Ergebnisse hat, die man sich wünscht, dann tut das Hinschauen im ersten Moment meistens ein bisschen weh, ist unangenehm, und da müssen wir einmal durch, und das darfst du lernen zu akzeptieren. Und aus dem Grund ist es so einfach, dieses Thema auch wegzuschieben. Ganz einfach, weil wir wissen, da kommt ein Thema auf uns zu. Sonst hättest du auch andere Ergebnisse. Und was du, glaube ich, dann verstehen darfst, ist, dass es ganz normal ist und dass es auch okay ist, dass wir dort durch etwas durchgehen dürfen, was vielleicht ein bisschen unangenehm ist.
Denn – und deswegen hast du das Bedürfnis hinzuschauen – dein aktuelles Verhalten ist nicht das Verhalten, das du dir eigentlich wünschst, denn sonst hättest du definitiv andere Ergebnisse mit dem Thema Finanzen in deinem Leben. Und dadurch, dass du die Ergebnisse nicht hast, kannst du ganz klar sagen: Eine Sache stimmt nicht. Und zwar deine Prioritäten, nach denen du gerade lebst. Und diese Erkenntnis, die ist super, super wertvoll, und deswegen alleine lohnt es sich hinzuschauen, durch diesen ersten Schmerz durchzugehen, sich einzugestehen: Okay, da laufen Dinge nicht so, wie ich sie mir wünsche. Und das ist meine ganz, ganz große Chance. In dem Moment, wo ich hinschaue, sehe ich, was passiert, und dadurch habe ich die Chance, die Dinge anzupassen. Deswegen: Den reinen Schmerz zu vermeiden, hilft dir an der Stelle überhaupt nicht. Und das darfst du dir klarmachen und akzeptieren. Du musst durch diesen Schmerz durch, damit dieser latente Schmerz, der da ist, weil die Ergebnisse nicht da sind, einfach endlich mal, ja, zum Ende kommt.
Was kannst du jetzt tun, um den Schmerz ein bisschen kleiner zu halten, um nicht nur noch Probleme zu sehen? Um dich jetzt im Endeffekt nicht zu überfordern mit der Situation, dass du dort alles ändern musst? Da möchte ich dir so ein bisschen Hinweise darauf geben, wie ich das ganze Thema immer angehe. Und zwar möchte ich dir so ein bisschen aus meinem Fahrplan, aus meinem GELD-VERSTEHEN-Programm etwas mitgeben, was, glaube ich, an dieser Stelle helfen kann, dort einen Einstieg zu finden. Und zwar ist es: den größten Fehler zu vermeiden, den Menschen meistens machen in dieser Situation, und zwar alles auf einmal verändern zu wollen. So eine Art Crashdiät zu starten und zu sagen: So, jetzt krempel ich mein Leben um. Ich bin nicht zufrieden mit den finanziellen Ergebnissen beziehungsweise, ja, damit, wie ich mit meinem Geld gerade umgehe, also muss ich alles ändern. Ich schmeiße jetzt hier komplett alles hin und darf mir nichts mehr leisten und drehe im Prinzip mein ganzes Leben von links nach rechts.
Und genau das ist der größte Fehler, den die meisten Menschen machen. Denn was passiert, wenn man so eine Art Crashdiät startet? Man hört sehr, sehr schnell wieder auf. Das ist nicht alltagstauglich und führt eigentlich dazu, dass man noch mehr Schmerzen leidet, weil so eine Diät ganz einfach erstens nicht schön ist und zweitens natürlich auch wiederum keine Ergebnisse liefert. Und das ist das, was du auf jeden Fall vermeiden solltest.
Deswegen: Was ist der erste Schritt? Immer in meinem Programm: ganz, ganz bewusst nur aufzuschreiben, ganz, ganz bewusst nur hinzuschauen: Wohin fließt mein Geld? Das heißt, du fängst an, Haushaltsbuch zu führen, ohne jegliche Idee von Veränderung. Keine einzige Wertung, keine Bewertung, keine Reflexion, keine schlechten Gefühle vor allen Dingen. Alles ist erlaubt. Du darfst dich weiterhin so verhalten, wie du dich vorher verhalten hast. Dein erster Schritt ist es wirklich nur, Haushaltsbuch zu führen, aufzuschreiben, wo dein Geld landet. Denn darum geht es: Du musst verstehen, wohin fließt mein Geld eigentlich gerade, und wohin fließt es wirklich? Und wenn du jetzt anfängst, im Vorfeld schon dort Dinge zu streichen, dann siehst du nie das, was eigentlich die Realität ist.
Und eine Sache ist nämlich super wichtig dabei: Wenn du anfängst zu reflektieren, dann willst du das Ganze mit einem gewissen Abstand machen, und dann wird es auch viel, viel leichter zu bewerten, was denn wirklich richtig ist. Du wirst das Gesamtbild besser verstehen, deswegen auch der Name GELD VERSTEHEN. Du willst es verstehen und nicht einfach nur eine krasse Diät machen, wo du dir bestimmte Sachen nicht mehr erlaubst. Weil das ist nicht das, was nachhaltig funktioniert. Du willst verstehen, wohin dein Geld fließt, und dann dein Verhalten dementsprechend anpassen. An deine Bedürfnisse, an deine Prioritäten. Und genau das ist meistens das, was beiläufig passiert. Wenn du anfängst aufzuschreiben, reflektierst du. Du siehst: Okay, dahin fließt das Geld. Alles klar. Und es wird dir viel, viel leichter fallen, dort dann Veränderung reinzubringen und beiläufig die Dinge anzupassen, nach und nach die Dinge anzupassen und dem Ganzen ein bisschen Zeit zu geben.
Und deswegen ist in meinem Programm immer der erste Schritt, ganz, ganz wichtig: Nichts verändern, nur die Routine aufbauen. Wie du es schaffst, deine Finanzen vernünftig zu protokollieren, aufzuschreiben – auch das ist schon eine Hürde. Auch das ist schon eine Aufgabe. Und sobald du das verinnerlicht hast, wirst du merken, fängst du an, beiläufig Dinge zu verändern. Und auch dann lohnt es sich, mal hinzuschauen und vielleicht ein bisschen mehr aktiv zu verändern und einen Plan da reinzubringen.
Und ich weiß ganz genau, du bist gerade an dem Punkt, dass du jetzt den Bock umschmeißen willst, dass du jetzt alles verändern willst, dass es dir jetzt reicht. Aber damit machst du dir ganz, ganz viel kaputt, wenn du da jetzt, ja, mit Vollgas gegen die Wand zu laufen versuchst. Das funktioniert meiner Erfahrung nach sehr, sehr selten. Eigentlich nie. Und deswegen sage ich immer: Das kostet eh seine Zeit, bis man vernünftig finanziell aufgestellt ist, bis man im Prinzip seine Töpfe auch gefüllt hat, bis man so seine Töpfe gefunden hat, bis das alles in die Waage kommt. Und die Zeit, die sollte man sich auf jeden Fall nehmen. Gerade am Anfang hilft das enorm, wenn du erst mal ganz bewusst nur hinschaust und nicht versuchst, Dinge zu ändern.
Noch einmal das Ganze zusammengefasst: Viele Menschen scheuen überhaupt den Einstieg, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen, weil Hinschauen halt bedeutet, dass ein gewisser Schmerz damit einhergeht, dass es ein bisschen wehtun könnte oder wahrscheinlich auch wird. Ganz einfach, relativ logisch. Das ist etwas, was du aus meiner Sicht sofort akzeptieren solltest, denn wahrscheinlich hast du nicht die Ergebnisse, die du dir eigentlich wünschst. Und das bedeutet, dein Verhalten gerade ist nicht das beste Verhalten für diese Ergebnisse. Und wenn du jetzt anfängst hinzuschauen, dann deckst du das Ganze natürlich auf, und das kann doch auch deutlichen Frust verursachen. Das darfst du in erster Linie akzeptieren.
Und das Zweite ist, dass du dir jetzt ganz klar das Ziel setzen solltest, nicht zu ändern, sondern erst mal nur hinzuschauen. Und das ist meine ganz große Empfehlung. Das ist so ein bisschen aus meinem GELD-VERSTEHEN-Programm auch die ganz große Quintessenz: Schau erst mal nur hin, lern erst mal zu verstehen, wo dein Geld hinwandert, bevor du Dinge anpasst. Denn wenn du die Dinge vorher anpasst, wirst du es nie so richtig verstehen und meistens auch nicht erfolgreich damit sein.
Und das Allerwichtigste ist sowieso dranzubleiben. Das Ganze begleitet dich dein ganzes Leben. Deswegen solltest du darauf achten, dass du, ja, vernünftige Routinen entwickelst und ein System aufsetzt, das für dich nicht nur kurzfristig, sondern, ja, für die nächsten Jahre, für die nächsten Jahrzehnte, für dein ganzes Leben lang funktioniert und dir Spaß macht und Rückenwind gibt. Darum geht es ja bei GELD VERSTEHEN. Deswegen mache ich das Ganze. Ich hoffe, in dieser Folge war ein kleiner Impuls für dich dabei. Und wenn du Fragen hast, dann melde dich gerne bei mir. Ansonsten bedanke ich mich fürs Zuhören, und bis zum nächsten Mal.
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