GELDVERSTEHEN
Cover des GELD VERSTEHEN Podcasts
FOLGE 15 · 22. MAI 2025 · 12 MIN

Sind Budgets der Schlüssel zu finanzieller Kontrolle?

Worum es geht

Wie behältst du wirklich den Überblick über deine Finanzen – und bleibst dabei entspannt und zufrieden? In dieser Folge gehen wir einem Klassiker der Finanzwelt auf den Grund: Budgets. Doch anstatt dir eine weitere Liste mit Tipps zu präsentieren, lade ich dich ein, das Thema aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Wir sprechen über Denkfehler, verbreitete Glaubenssätze und eine Herangehensweise, die nicht nur Kontrolle, sondern auch echte Zufriedenheit in dein finanzielles Leben bringen kann. Diese Episode ist ein kleiner Perspektivwechsel – mit einem Impuls, der dich vielleicht zum Umdenken anregt.

Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:

https://geldverstehen.de

Transkript

Folge 15 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit

Ist es sinnvoll, mit Budgets zu arbeiten? Hilft mir das wirklich, wenn ich meine Finanzen in den Griff kriegen möchte? Ganz viele Tipps im Internet verfolgen genau diese Idee: Arbeite mit Budgets, setz dir Budgetrahmen. Auch viele Apps sind nach dem Prinzip aufgebaut, dass du dir Budgetrahmen für bestimmte Lebensbereiche setzt und dir quasi Limits setzt. Ich persönlich sehe das Thema eher ein bisschen kritisch. Und warum das so ist und was du aus meiner Sicht besser machen kannst: Wenn es dein Ziel ist, zum einen Kontrolle über deine Finanzen zu gewinnen, aber natürlich auf der anderen Seite auch Zufriedenheit zu erzeugen und deine Lebensqualität zu steigern, was den Umgang mit deinen Finanzen angeht, dann habe ich da aus meiner Sicht eine bessere Idee für dich. Und genau darüber möchte ich in dieser Folge sprechen.

Bevor wir tiefer ins Thema starten, einmal kurz erklärt: Was sind überhaupt Budgets, und was ist damit gemeint? Mit Budgets ist gemeint, dass du dir einen Plan machst, wie viel du für welche Dinge ausgeben möchtest, und das auf einen bestimmten Zeitraum gesetzt. Wie viel Geld möchte ich maximal im Monat für Lebensmittel ausgeben? Du setzt dir einen klaren Budgetrahmen, legst vielleicht eine gewisse Summe an Geld in deinem Punkt Manier dafür zur Seite und versuchst dann, genau in diesem Budgetrahmen zu bleiben, um zu limitieren, dass du nicht mehr ausgibst als vorgesehen. Natürlich bringt das den Vorteil mit, dass du eine ganz klare Orientierung hast, wie viel Geld du in einem bestimmten Bereich ausgeben darfst, und es gibt dir eine gewisse Kontrolle in jedem Bereich deines Lebens, wo du ein Budget gesetzt hast. Das ist mit Budgets gemeint. Relativ simples Konzept und vielleicht auch sehr, sehr naheliegend, wenn man startet, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen, dass man sich erst mal Budgets setzt.

Grundsätzlich ist mir eine Sache ganz, ganz wichtig, noch zu erwähnen, bevor ich, wie schon angekündigt, meine persönliche Meinung dazu sage: Wenn etwas für dich funktioniert, egal was das ist, dann ist es wahrscheinlich für dich auch erst mal das Richtige. Das heißt also, wenn ich dir jetzt sage: Pass auf, arbeite eher nicht mit Budgets oder gehe das nicht empfehle, aber es funktioniert für dich ganz gut, du bist damit auf einem guten Weg, dann lass dich mit meiner Idee nicht von deinem funktionierenden Kurs abbringen. Denn im Endeffekt zählt immer nur, was funktioniert, was dir hilft, und das ist dann gut. Wenn du es schaffst, damit besser mit deinem Geld auszukommen, dann ist da aus meiner Sicht erst mal jedes Mittel recht, das dich auf den richtigen Weg bringt, das dir hilft, deine Ziele da zu erreichen.

Und ich bin auch sicher, dass Budgets große Vorteile haben, um erst mal überhaupt eine gewisse Orientierung zu geben und sich so ein bisschen zu limitieren, um eine Grundordnung zu schaffen, dich selber so ein bisschen zu begrenzen. Und jeder tickt ja auch so ein bisschen anders, was er braucht. Daher ist es durchaus wertvoll, mit Budgets zu arbeiten. Aber aus meiner Sicht gibt es einen anderen Weg, den ich dir vorstellen möchte, den ich persönlich, auch nach meiner Erfahrung mit der Arbeit mit Menschen, da an der Stelle einen deutlich wertvolleren Weg, der dich auch langfristig auf einen besseren Weg bringt.

Ich habe es bereits gesagt: Ich würde dir grundsätzlich eher von festen Budgets abraten. Ganz einfach, weil es aus meiner Sicht wertvoller ist, eine andere Denke in das ganze Thema zu bekommen. Und ich nenne dir mal drei Gründe, die von meiner Seite aus dafür sprechen, dass du nicht mit Budgets arbeitest. Grund Nummer eins aus meiner Sicht, und das ist so ein bisschen das, was ich an dem Thema schade finde: Wenn du dich mit Budgets auseinandersetzt, da geht es ja darum, dich zu limitieren und dir einfach irgendwo einen festen Rahmen zu setzen. Und im Grunde zu sagen: Okay, das darf ich jetzt ausgeben, irgendwann ist der Topf leer, dann kannst du da nicht mehr ran, ich kann nicht mehr ausgeben. Du gehst eigentlich von der falschen Seite ran. Du gehst über eine Art Schmerz-vermeiden-Strategie daran. Also du sagst: Okay, hier ist das Limit, und darüber hinaus gehe ich nicht. Und du wirst automatisch immer wieder in die Situation kommen, die so eine Art Negativität mit sich trägt, heißt, so einen Schmerz hervorruft: Okay, der Topf ist leer, ich kann nicht mehr ausgeben. Das bringt dich vom Gefühl her nicht in eine positive Stimmung, was das Thema Geld angeht.

Der zweite Grund, und ich habe das schon häufiger mal erwähnt, ist das Thema Gesetz der Verschwendung. Das ist so ein Phänomen, das man auch überall nachlesen kann, auf Wikipedia und Co., das auch sagt, dass deine Ausgaben im Endeffekt immer an den Rand deines Einkommens steigen, sozusagen. Also sprich: Das Geld, das du zur Verfügung hast, gibst du automatisch auch aus. Das ist so ein Mechanismus, den haben wir alle in uns. Kennt auch wahrscheinlich jeder, der schon mal vielleicht eine kleine Gehaltsentwicklung miterlebt hat. Der hat wahrscheinlich genauso auch seine Ausgaben und seinen Lebensstandard relativ schnell angepasst und hat das dann nach kurzer Zeit wahrscheinlich gar nicht mehr gemerkt, weil da das Gesetz der Verschwendung greift und das Geld dann im Endeffekt meistens ausgegeben wird. Und genau das passiert auch, wenn du dir ein Budget setzt: dass du im Endeffekt wahrscheinlich dazu neigen wirst, ganz unbewusst dieses Geld dann auch wirklich auszugeben, ohne dass es vielleicht wirklich notwendig ist. Weil halt einfach der Anker gesetzt ist: Das ist das Budget.

Und der aus meiner Sicht wichtigste Grund, Grund Nummer drei: Ich bin ein ganz großer Freund davon, dass du deine Finanzen mehr und mehr an deinem Leben orientieren solltest, das du leben willst. Das heißt, ich rate dir eher, mal genauer hinzugucken, wie du dich, ich nenne es mal, auf natürliche Art und Weise verhältst, was deinen Konsum angeht. Und mal hinzuschauen, wie du eigentlich dein Geld ausgibst, ohne dass du konkret darüber nachdenkst. Sprich, meine Empfehlung: Führe Haushaltsbuch und schau genau hin, beobachte dich dabei, wie du eigentlich dein Geld ausgibst, wie du konsumierst. Und da rate ich auch immer sehr, sehr stark, wenn man damit startet, sich am Anfang gar nicht so stark zu hinterfragen, sondern sich erst mal darauf zu konzentrieren, überhaupt Haushaltsbuch zu führen, weil dort sehr, sehr viele wichtige Erkenntnisse auftauchen.

Aus meiner Sicht ist diese Erkenntnis, wie dein natürliches Konsumverhalten ist, etwas, was unfassbar wertvoll sein kann und sehr, sehr viel über dich aussagt, sehr, sehr viele Informationen über dich und dein Leben, deine Prioritäten einfach beinhaltet. Aus meiner Sicht ist das auch eine der besten Achtsamkeitsübungen, Haushaltsbuch zu führen, so ein bisschen zu sich zu finden und zu sehen: Okay, alles klar, so ticke ich also. Und meiner Erfahrung nach ist es so: Wenn du schwarz auf weiß siehst, wo du dein Geld ausgibst, das bringt die absolut besten Erkenntnisse. Und du erkennst relativ schnell, was dir davon wirklich etwas bedeutet oder wo du einfach Geld sinnlos ausgibst. Und meiner Erfahrung nach bringt es ganz schnell Dinge ans Licht, die du sofort anpassen möchtest.

Und wenn du das Ganze dann über einen gewissen Zeitraum machst, Haushaltsbuch führen, wirst du von Zeit zu Zeit und mehr oder weniger beiläufig deine ganzen Finanzen eher in die richtige Richtung lenken. Und zwar in eine Richtung, die mehr zu dir passt. Und wenn du das Ganze vorher in so eine Schablone gepresst hast, nenne ich das mal, dann sind das mit Sicherheit eher Kopfentscheidungen, die du triffst. Aber dein Herz oder dein Gefühl, dein Gespür für die Dinge geht darin verloren. Und deswegen bin ich ein großer Freund davon, den Fokus erst mal darauf zu legen, nur zu beobachten: Wo geht dein Geld hin? Das kostet natürlich in gewisser Weise Zeit, das kostet auch ein bisschen Vertrauen, das du da reinstecken darfst, aber es wird dich langfristig zu sehr, sehr viel wertvolleren Entscheidungen oder Erkenntnissen bringen.

Denn das Ziel, wenn du an das Thema Finanzen gehst, sollte es aus meiner Sicht nicht sein, dass du es schaffst, mit deinem Geld auszukommen, sondern vor allem auch, zufrieden zu sein. Mit deinem Leben, mit deinem Lebensstandard zufrieden zu sein. Und ja, genau darum geht es aus meiner Sicht: dass du happy bist, dass du zufrieden bist, dass du dein Leben entspannt leben kannst, so wie du dir das vorstellst. Und das schaffst du aus meiner Sicht nicht unbedingt mit Budgets, wo du dich in eine Schablone reinpresst und nach einem Prinzip Geld ausgibst, das du dir in der Theorie ausgedacht hast. Sondern die besten Erkenntnisse bringt da das Leben oder der Alltag automatisch mit sich, wenn du anfängst, es zu beobachten.

Ja, einmal kurz zusammengefasst: Budgets können definitiv helfen, wenn du dir einen klaren Rahmen setzt. Wenn es dir hilft, dann solltest du auf jeden Fall dabei bleiben. Dann mach das. Aber, und das ist meine kritische Meinung zum Thema Budgets: Langfristig ist es aus meiner Sicht definitiv smarter, dich beim Konsumieren zu beobachten, sprich Haushaltsbuch zu führen, dein Verhalten nach und nach anzupassen und im Endeffekt dafür zu sorgen, dass du immer mehr Spielraum für die Dinge schaffst, die dir eigentlich wirklich wichtig sind. Zum Schluss noch meine Frage an dich: Wie siehst du das? Hast du schon mal versucht, konsequent mit Budgets zu arbeiten? War das hilfreich? Hast du es irgendwie wieder sein gelassen? Würde mich sehr stark interessieren. Lass es mich gerne wissen. Schreib mir eine Mail oder lass gerne einen Kommentar da. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen

Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.

100% kostenlos. Deine Daten sind sicher und bleiben anonym. Kein Spam und mit einem Klick einfach zu beenden.

Passende Folgen