GELDVERSTEHEN
Cover des GELD VERSTEHEN Podcasts
FOLGE 16 · 29. MAI 2025 · 11 MIN

Wie lange dauert es, bis Finanzen Spaß machen?

Worum es geht

Wie lange dauert es eigentlich, die eigenen Finanzen wirklich in den Griff zu bekommen? Und ab wann macht es endlich Spaß? In dieser Podcast-Folge nimmt dich Per Schippl mit auf eine ehrliche Reise durch die Realität finanzieller Selbstorganisation.

Wenn du wissen möchtest, warum der Weg zu strukturierten Finanzen weniger ein Sprint und mehr ein Marathon ist — und warum sich genau das für dich lohnen kann — dann solltest du dir diese Folge auf keinen Fall entgehen lassen. Lass dich motivieren, dran zu bleiben und erfahre, warum gerade dieser langfristige Blick dein Schlüssel zum finanziellen Durchblick ist.

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Transkript

Folge 16 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit

Wie lange braucht man eigentlich, seine Finanzen so richtig in den Griff zu bekommen? Wie viel Zeit sollte man sich dafür einplanen, wenn man Struktur und Ordnung in die Finanzen bringen möchte? Darum geht es in dieser Folge. Ich möchte so ein paar Erfahrungswerte teilen und auch eine Empfehlung für dich, was deine Erwartung angeht, wenn du an das Thema ranmöchtest – basierend so ein bisschen auf dem Plan meines Coaching-Programms und auch dem Programm meiner Masterclass. Ab wann hat man eigentlich seine Finanzen im Griff? Ja, und für mich ist die Frage, die viel wichtiger ist an der Stelle: Ab wann hat man seine Finanzen so im Griff, dass es auch Spaß macht? Was ist da ein sinnvoller zeitlicher Horizont, den man einplanen sollte?

Ich habe es bereits oft erwähnt und finde es auch immer wichtig, das dazuzusagen: Finanzen in den Griff zu bekommen, ist halt keine Nacht-und-Nebel-Aktion, die man mal eben so erledigt. Das ist nicht nur einmal aufschreiben, eine Liste machen, und schon hat man es im Griff. Deswegen ist es mir super wichtig, dass wir uns auch darauf einigen, worum es denn wirklich geht. Wenn wir darüber sprechen, was es heißt, Finanzen in den Griff zu bekommen, sind das zwei Dinge. Zum einen sind es deine Gewohnheiten, die wir verändern dürfen, die du vielleicht über Jahre oder Jahrzehnte lang gelebt und aufgebaut hast, die vielleicht auch geprägt sind aus früher Kindheit. Die gilt es zu beleuchten beziehungsweise dann auch anzupassen, um deine Finanzen so ein bisschen in die richtige Bahn zu lenken. Und zum anderen geht es natürlich auch um das Thema: Wenn du bisher eher dazu geneigt hast, am Limit zu leben, nenne ich es mal, braucht es logischerweise auch ein bisschen Zeit, bis, ich nenne es gerne, deine Töpfe wieder gefüllt sind. Und das sind die Dinge, die auch dafür verantwortlich sind, dass das Ganze ein bisschen Zeit kostet. Und diese beiden Themen musst du einfangen, wenn du deine Finanzen fest im Griff haben willst.

Und das ist mir tatsächlich an der Stelle sehr wichtig, noch zu erwähnen, weil es meiner Erfahrung nach sehr, sehr hilfreich sein kann, dass du dich mental so ein bisschen darauf einstellst, dass es wirklich ein bisschen Zeit braucht. Weil du einfach dranbleiben musst, um wirklich Ergebnisse zu sehen. Ja, Menschen neigen häufig dazu, ungeduldig zu sein mit solchen Themen. Mir geht es persönlich immer so, auch bei unterschiedlichsten Themen. Wenn man ungeduldig ist, dann neigt man dazu – ich sage immer gerne dazu: Man versucht, am Gras zu ziehen, damit es schneller wächst. Sprich, man probiert unterschiedliche Sachen oder ändert den Weg und ändert den Kurs viel zu schnell, bleibt nicht an einer Sache dran, vertraut nicht darauf, dass Ergebnisse kommen, wenn man an einer Sache dranbleibt, schiebt vielleicht zu schnell Frust. Und anstatt zu sehen, wenn Situationen auf dich zukommen, die vielleicht ein bisschen unglücklich sind im ersten Moment, dass das eigentlich eine wertvolle Lernerfahrung ist, sieht man das dann häufig als Rückschritt und bricht den Weg ab, schmeißt vielleicht auch alles hin.

Das würde ich dir natürlich gerne ersparen, und deswegen macht es ganz, ganz viel Sinn, wenn du so einen Weg gehst, dass du dich mental auch darauf einstellst, dass das Ganze einfach ein bisschen Zeit kostet. Das kenne ich persönlich von mir selbst, und ich sehe es auch immer wieder bei den Teilnehmern meiner Coachings, dass die Menschen meistens ein bisschen Zeit brauchen und auch Vertrauen in den Prozess.

Der erste Meilenstein, den du anpeilen solltest, ist, dass du einen Plan aufstellst, wie du mit deinem Geld umgehst beziehungsweise wie du deine Finanzen im Blick behältst, dass du ein glasklares System und eine Struktur schaffst, die für dich, für deinen Alltag tauglich sind und die langfristig geschaffen sind, deine Finanzen sinnvoll auf die Spur zu bringen. Daraus entstehen dann neue Gewohnheiten. Das Problem dabei ist: Natürlich musst du erst mal ein bisschen was dafür tun. Du musst erst mal alles erfassen. Du musst erst mal deine Ausgaben und so weiter tracken. Dafür brauchst du eine gewisse Routine, und erst wenn du dort Routinen geschaffen hast, kannst du auch Ergebnisse sehen und Erkenntnisse gewinnen und profitierst dann daraus. Deswegen ist es aus meiner Sicht ganz wichtig, dass du da auch bereit bist, ein bisschen Frust in Kauf zu nehmen, wenn du auf dem Weg feststellst, das läuft noch nicht alles ganz so rund.

Es gibt so eine Ankerzeit von Gewohnheitsveränderungen. Da sagt man in der Regel, man braucht so was von 21 bis 90 Tagen, bis du eine Gewohnheit, die du über Jahre antrainiert hast, umtrainierst. Und ja, ich sage auch immer gerne, das ist ein Zeitraum für diesen ersten Meilenstein, wo drei Monate ein ganz gutes Ziel sind. Das heißt, ich würde dir sehr stark empfehlen: Für eine neue Struktur, für Ordnung, dafür, dass du im Prinzip deine Finanzen im Blick hast und auch, ich nenne es gerne, unter Kontrolle, im Griff hast – drei Monate sind dafür ein gutes Ziel. Und so ist auch immer mein Programm aufgebaut.

Gerade am Anfang ist alles neu. Du musst dich erst mal reinfinden, und es lohnt sich halt einfach, dann die gewisse Zeit damit einzuplanen, dass du nicht sagst: Okay, ich möchte das jetzt alles auf einmal, alles sofort. Sondern: Ich setze mir das Ziel, dort Routinen aufzubauen, und mache mich nicht sofort verrückt am Anfang. Es gibt eigentlich auch nicht so viel zu tun, sondern sehr, sehr viel zu beobachten und dann den Kurs nach und nach zu korrigieren. Das sollte dein Ziel sein. Und für mich ist der erste Meilenstein, den du dir setzen solltest, so ein 3-Monats-Ziel: bis dahin das ordentlich auf die Spur zu haben, klare Struktur zu haben und für den weiteren Weg gewappnet zu sein.

Der zweite Meilenstein – damit das Ganze nicht nur funktioniert, sondern irgendwann auch richtig Spaß macht, weil du deine Finanzen fest im Griff hast – bedeutet: Du musst diese Struktur, diese Ordnung, die du in diesen drei Monaten geschaffen hast, auch eine gewisse Zeit halten. Denn das Problem ist: Wenn du natürlich jahrelang am Limit gelebt hast, hast du wahrscheinlich keine derartigen Rücklagen aufgebaut und bist so ein bisschen gezwungen, erst mal zu improvisieren, bis dann deine neue Struktur, dein neues System einfach greift. Deswegen rate ich dir ganz klar, dort mal ein Jahr einzuplanen.

Das hat den Hintergrund, dass ich dir zum Beispiel in der Masterclass empfehle, eine Jahresplanung aufzustellen. Das heißt also, dir Pläne zu machen, was du über das Jahr an Ausgaben hast, und das dann später monatlich einzuplanen. Aber dein Plan läuft über ungefähr ein Jahr, einen Jahresrhythmus. Und bis du dann natürlich erstmalig von dieser Herangehensweise profitierst – dass du Geld zur Seite legst, monatlich einen Teil in deine Rücklagen zahlst –, kannst du logischerweise so ein Jahr mal in deine Planung aufnehmen, bis dann auch deine Rücklagentöpfe so voll sind, dass du dort aus dem Vollen schöpfen kannst. Das bedeutet natürlich: Bis dahin, dieses Jahr über, kann es sein, dass du noch gewisse Ausgaben auch einfach improvisieren musst, wie du es bisher wahrscheinlich immer gemacht hast.

Deswegen meine Empfehlung: Lass dich über dieses Jahr mental mal darauf ein. Lass dich nicht entmutigen, wenn dann Ausgaben kommen, die du vielleicht noch irgendwie improvisieren musst. Bis es wirklich Spaß macht, wird wahrscheinlich dann einfach ein Jahr vergehen können, und darauf solltest du dich einstellen. Aber ich kann dir versprechen: Wenn du es wirklich durchziehst, wenn du dann wirklich dein System mal ein Jahr lang laufen lässt beziehungsweise ein Jahr lang befütterst, dann macht es auch Spaß. Weil dann hast du plötzlich Rückenwind, dann hast du Rücklagen aufgebaut, und dann weißt du, es funktioniert. Und dann hast du auch mit Sicherheit ganz andere Routinen und Gewohnheiten aufgebaut, mit denen du es schaffst, dass mehr Geld bei dir bleibt, beziehungsweise, ja, dass du dein Geld so einsetzt, wie es für dich Spaß macht.

Noch einmal zusammengefasst: Finanzen in den Griff zu bekommen, ist keine Nacht-und-Nebel-Aktion. Du solltest dir unbedingt mental Zeit einplanen, dass du dich nicht selber frustrierst auf dem Weg dahin. Für mich sind die ersten drei Monate dafür da, dass du erst mal Routinen aufsetzt, dass du einen Plan für dich aufsetzt, dass du anfängst, dein Geld so ein bisschen besser einzusetzen, dass du dich daran gewöhnst, deine Finanzen zu protokollieren. Das kann natürlich auch schneller gehen, aber ich glaube, drei Monate sind meiner Erfahrung nach ein ganz guter Rhythmus, in dem du es schaffen kannst. Und bis dann wirklich deine Töpfe auch gefüllt sind, wenn du so einen klaren Plan verfolgst, kann es auch bis zu einem Jahr dauern.

Und meistens ist es so: Wenn du dieses Jahr durchgezogen hast, dann fängt es an, Spaß zu machen. Und das ist das, worauf du dich konzentrieren solltest. Nicht zu hoffen, dass über Nacht all deine Themen gelöst sind, sondern mal mit einem Horizont von vielleicht einem Jahr zu planen, wo dann die Welt vielleicht komplett anders aussieht als jetzt. Ja, ich hoffe, du konntest was mitnehmen aus dieser Folge. Ich wünsche dir viel Spaß und viel Erfolg mit deinen Finanzen, und wir hören uns beim nächsten Mal.

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