Worum es geht
In dieser Folge geht es um ein Thema, das fast jeder unterschätzt – und das trotzdem über finanzielle Ruhe oder Dauerstress entscheidet: deine Rücklagenplanung. Ich zeige dir, warum fehlende Rücklagen der größte Showstopper für entspanntes Geldmanagement und echten Vermögensaufbau sind. Und wenn du wirklich keine Lust auf komplizierte Finanzplanung hast, bekommst du eine radikal einfache Lösung: eine einzige Sache, die du sofort umsetzen kannst. Minimaler Aufwand, maximaler Effekt.
Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:
Transkript
Folge 54 zum Nachlesen · 6 Minuten Lesezeit
Was bringt am meisten Ruhe und Entspannung in dein finanzielles Leben? Eine gute Rücklagenplanung. Wenn du einen Puffer hast in der Not oder jederzeit die Dinge bezahlen kannst, die sonst den Rahmen sprengen, dann hilft dir das enorm, gibt dir enorm viel Rückenwind und Leichtigkeit. Aber genau das fehlt ganz vielen Menschen: eine vernünftige Rücklagenplanung. Daher möchte ich in dieser Folge darüber sprechen, was eine vernünftige Rücklagenplanung ist und was du auch minimal auf jeden Fall tun solltest, wenn du bisher noch keine Rücklagenplanung am Start hast.
Was meine ich damit, wenn ich von Rücklagenplanung spreche? Mit Rücklagen meine ich ganz bewusst zur Seite gelegtes Geld, das du später ausgeben willst, beziehungsweise zur Seite gelegt hast für Ausgaben, die irgendwann auf dich zukommen werden. Nicht das Thema Altersvorsorge oder Vermögensaufbau, sondern ganz bewusst zur Seite gelegtes Geld für Ausgaben, die irgendwann definitiv auf dich zukommen werden. Das heißt also: für Ausgaben in der Zukunft.
Warum ist das Thema so wichtig? Warum sind Rücklagen so ein wichtiger Schlüssel, wenn du finanziell gut aufgestellt sein willst? Natürlich ist es die eine Sache, dass dein Alltag tausendmal entspannter wird, wenn du weißt, du kannst auf Rücklagen zurückgreifen, die du bewusst angelegt hast. Das heißt also, wenn bestimmte Ausgaben auf dich zukommen, wie Reparaturen oder unerwartete Dinge oder auch bestimmte Wünsche, die du dir erfüllen willst, hast du dafür Rücklagen. Das entspannt dich und deinen Alltag enorm und hilft dir natürlich auch, ich sag mal so, im tagtäglichen Umgang mit deinem Geld.
Und genauso ist es auch langfristig natürlich ein Riesenvorteil, denn der größte Showstopper beim Thema Vermögensaufbau oder Altersvorsorge ist es häufig, dass wir halt keine Rücklagen haben und in der Not oder in bestimmten Situationen dann einmal wieder gezwungen sind, an unser Vermögen oder an unseren Vermögensaufbau zu gehen. Und dann, ja, machen wir uns das Ganze damit natürlich wieder zunichte. Das heißt also, der größte Showstopper von Vermögensaufbau ist nicht der Vermögensaufbau an sich, dass das zu kompliziert ist, sondern dass wir einfach eine fehlende Rücklagenplanung haben, die unseren Vermögensaufbau wiederum davor schützt, einfach nur Vermögensaufbau zu sein. Und ja, häufig wird das ganz schnell vermischt, und das ist ein Riesenproblem. Und das sind die beiden Gründe, warum du auf jeden Fall Rücklagen in deinen Finanzen einplanen solltest.
Was ist also zu tun, wenn du noch keine Rücklagenplanung hast? Zuallererst natürlich wieder für die Extrafaulen, die gar keine Lust haben, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Was musst du tun? Was solltest du tun aus meiner Sicht? Leg dir ein Konto an für deine Rücklagen und leg pauschal 10 % von deinem Einkommen, von dem, was du zur Verfügung hast, jeden Monat zur Seite, am besten per Dauerauftrag. Richte das einmal ein, habe ein Rücklagenkonto oder ein Unterkonto und lege 10 % von deinem Einkommen am allerersten Tag deines Geldeingangs zur Seite. Und dann hast du Rücklagen. Ende der Geschichte.
Das Wichtige dabei ist natürlich, dass du es auch nur in bestimmten Situationen verwendest, in denen es auch sinnvoll ist, auf deine Rücklagen zurückzugreifen. Und ja, dass du es quasi nur in der Not auch wirklich verwendest. Ansonsten macht das Ganze natürlich auch wiederum keinen Sinn. Das ist die Variante, die ich dir vorschlagen würde, wenn du absolut gar keine Lust hast, dich damit weiter auseinanderzusetzen.
10 % – warum 10 %? Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr guter und realisierbarer Wert für die meisten. Und auf der anderen Seite fängt das schon eine ganze Menge auf. Und häufig ist das so ein ungefährer Prozentsatz, der für die meisten Menschen sinnvoll ist, an Rücklagen zu haben. Das war das, und das war die Minimalvariante. Leg 10 % deines Einkommens einfach mal zur Seite. Dann hast du eine Rücklagenplanung.
Für alle, die nicht nur bereit sind, das Minimum zu geben, sondern auch vielleicht ein bisschen mehr dafür tun wollen: Bleib einfach dran. Ich erläutere dir jetzt, wie ich grundsätzlich an das Thema gehe. Ja, wie schon erwähnt, das Thema Rücklagen ist ein super wichtiges Thema beim Thema Finanzen, und deswegen möchte ich dir meine ganz klare Empfehlung aussprechen: Mach es nicht so wie im ersten Fall besprochen, leg nicht nur eine Pauschale zur Seite, sondern investiere ein paar Minuten länger, denn es sind wirklich nur ein paar Minuten. Wenn du das einmal vernünftig aufgesetzt hast, dann hast du eine Grundlage, von der du über Jahre hinweg profitieren wirst, und wahrscheinlich hast du nie wieder Probleme mit deinen Finanzen, gerade weil du einfach diese Planung mal einmal umgesetzt hast.
Der erste Schritt: Mach dir eine Liste von Dingen, für die du persönlich Rücklagen brauchen könntest. Das ist eine ganz individuelle Geschichte. Sieht bei jedem Menschen meistens anders aus. So ein paar Hinweise: Es könnten Reparaturen sein, die anfallen, Haus, Auto und so weiter. Es könnten aber auch große Anschaffungen sein, für die es sich lohnt, Rücklagen zu bilden. Es kann ein Urlaub sein, den du einplanen möchtest, und natürlich auch immer ein genereller Puffer, den du einplanen solltest für irgendwas, was unvorhergesehen ist. Aber was du haben solltest, ist eine ganz klare Liste von den Dingen, die bei dir im Leben Sinn machen für Rücklagen. Grundsätzlich sollten alle diese Dinge gemein haben, dass sie, wenn sie auf dich zukommen, ansonsten den Monat sprengen würden.
Schritt Nummer zwei: Geh diese Liste durch und stell dir die Frage: Wie viel willst du aufs Jahr gerechnet für diesen Kostenpunkt zur Seite legen? Das heißt also: Was ist im Jahr sinnvoll an Rücklagen aufzubauen für das bestimmte Thema? Dafür kannst du natürlich auch zurückschauen. Was war das in der Vergangenheit? Was hast du zum Beispiel in der Vergangenheit für dein Auto benötigt? Was waren das für größere Anschaffungen in der Vergangenheit, die dich sonst so ein bisschen in Schwierigkeiten gebracht haben? Was hat dein Urlaub die letzten Jahre gekostet? Was soll der Urlaub in den nächsten Jahren kosten? Oder wie viel Geld willst du zur Verfügung haben? Und schreib diese Summe, was das Ganze im Jahr an Kosten verursachen darf, ebenfalls in deine Liste.
Und dann, im dritten Schritt, rechnest du das Ganze auf den Monat herunter. Sprich: Du weißt jetzt, wie viel du insgesamt im Jahr an Rücklagen eigentlich benötigst. Und das Ganze rechnest du jetzt durch zwölf, rechnest das auf den Monat runter, und schon weißt du exakt, welche Summe du im besten Fall jeden Monat bewusst zur Seite legst auf ein anderes Konto. Und schon hast du eine saubere Rücklagenplanung, legst jeden Monat Betrag XY zur Seite und weißt, dass du für diese Themen, die du eingeplant hast, einfach entspannt Rücklagen hast und in Zukunft einfach darauf zurückgreifen kannst. Und wenn der nächste Urlaub ansteht, gehst du einfach an dein Rücklagenkonto, buchst den Urlaub, und alles ist entspannt.
Und in ein paar Monaten, wenn du das Ganze so ein bisschen zum Laufen gebracht hast beziehungsweise ein paar Monate lang Rücklagen gebildet hast, wirst du merken, wie viel Rückenwind dir deine Rücklagenplanung eigentlich gibt und, ja, wie wichtig das Ganze für deine Finanzen ist. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg, viel Spaß, und bis zum nächsten Mal.
Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen
Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.