Worum es geht
Viele Menschen setzen beim Thema Finanzen automatisch auf Verzicht, um Rücklagen zu bilden oder Geld zu sparen. In dieser Folge geht es um die Frage, ob dieser Ansatz tatsächlich sinnvoll ist – und welche Denkfehler damit häufig verbunden sind.
Per Schippl erläutert, warum Verzicht allein selten eine nachhaltige Lösung darstellt und welche Sichtweise stattdessen hilfreich sein kann, um finanzielle Stabilität langfristig aufzubauen.
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Transkript
Folge 24 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit
Du willst es schaffen, dass mehr Geld übrig bleibt. Du möchtest mehr Rücklagen aufbauen, vielleicht auch Vermögensaufbau betreiben, und bist jetzt an dem Punkt, dass du denkst: Wenn du das schaffen möchtest, dann musst du an irgendeiner anderen Stelle dafür Geld einsparen und dich einschränken. Das klingt im ersten Moment natürlich logisch, aber stimmt das auch? Ist das auch richtig? Genau darüber wollen wir heute sprechen. Ob das ein Weg ist oder ob das wirklich so ist, dass du dich einschränken musst, wenn du es schaffen möchtest, dass mehr Geld übrig bleibt. Darüber sprechen wir in dieser Folge.
Warum ist es mir persönlich überhaupt so wichtig, über dieses Thema zu sprechen? Ja, ich glaube, das ist ein riesengroßes Problem, das ganz viele Menschen haben. Und ja, wenn du an das Thema Finanzen in den Griff bekommen so rangehst, dass du im Endeffekt vom Kopf her überlegst: Ja, ich muss eigentlich verzichten, oder worauf kann ich verzichten? Und dann wird das Ganze natürlich sofort zu einem negativen Thema, denn niemand will irgendwo verzichten müssen. Verzichten ist etwas, wo man sich was wegnimmt, wo man sich im Endeffekt einschränken muss. Und das ist erst mal ein negativ behaftetes Thema. Meiner Erfahrung nach hält es auch ganz, ganz viele Menschen überhaupt davon ab, das Thema anzugehen, weil von vornherein eigentlich klar ist, dass es mit riesengroßen Schmerzen verbunden ist. Und das ist natürlich was, worauf man Lust hat. Und ja, das hält viele Menschen einfach davon ab, diese Reise anzutreten.
Und es ist auch überhaupt nicht hilfreich, den Fokus bei diesem Thema auf Verzichten zu legen. Denn häufig starten Menschen auch mit dem Gedanken: Das ist die eine Sache, die ich ändern muss, dann ist alles in Ordnung. Das ist so ein bisschen wie beim Thema Ernährung. Wenn man abnehmen will, dann macht man eine Diät. Das klingt im ersten Moment ja sehr logisch. Wer abnehmen will, muss irgendwo Kalorien einsparen. Davon leben sehr, sehr viele Zeitschriften: immer wieder eine neue Diät auf den Markt zu bringen, den nächsten Quick Fix reinzuspielen und mit der nächsten Hoffnung zu spielen, dass das im Endeffekt alles ändert. Aber meistens tritt dann der Jojo-Effekt ein. Und ja, man kann das Thema gar nicht so richtig durchhalten, weil man halt in so einem Verzicht ist und in einer negativen Energie landet.
Und das ist bei Finanzen natürlich genauso, denn auch Finanzen in den Griff zu bekommen ist niemals eine Einmalaktion oder mit einer Sache gelöst, und schon gar nicht, mit dem Thema Verzicht anzufangen. Denn es ist nicht über Nacht erledigt, wenn du deine Finanzen in den Griff bekommen möchtest beziehungsweise dort neue Wege gehen willst. Du musst dich nicht nur einmal kurz durch irgendeinen Schmerz durchbeißen, irgendwo verzichten, sondern das ist ein langfristiges Thema, was du im Prinzip dein ganzes Leben lang mitnimmst. Und ja, im ersten Moment hört sich das vielleicht komisch an, aber ich kann dir sagen, das ist keine schlechte Nachricht, sondern es ist eher eine gute Nachricht.
Warum ist das eine gute Nachricht? Ja, ganz einfach. Weil das Thema Finanzen dich dein Leben lang begleiten wird. Und wenn du jetzt nur immer wieder durch irgendwelche Schmerzen durchgehen müsstest, wo du mal kurzfristig etwas änderst beziehungsweise auf Dinge verzichtest, wäre das ja darauf ausgelegt, dass du immer wieder irgendwo einen Schmerz durchleben musst. Und genau das ist absolut nicht sinnvoll und auch nicht notwendig. Denn wie gesagt, deine Finanzen begleiten dich dein Leben lang, und dementsprechend macht es Sinn, dort Strategien zu haben, die dich dein Leben lang auch begleiten. Und darauf solltest du dich konzentrieren.
Genauso wie es beim Thema Ernährung sinnvoller ist, eine Ernährungsweise anzutrainieren, die für dich in deinen Alltag passt, die dich auch dahin führt, dass du ja vielleicht auch mit deinem Traumgewicht unterwegs bist, und das Ganze dein Leben lang eigentlich begleiten kannst beziehungsweise das auch halten kannst. Und eine schnelle Diät, die vielleicht ein paar Kilo runterpurzeln lässt, hilft dir dafür einfach nicht weiter und ist meistens auch eher ungesund als irgendwie gesundheitsfördernd, was du mit Sicherheit auch willst. Und das Gleiche ist natürlich beim Thema Finanzen auch so. Finanzen werden dich auch dein Leben lang begleiten, und du brauchst definitiv einen Umgang, der alltagstauglich ist, und der basiert mit Sicherheit nicht darauf, zu verzichten oder dich hart einzuschränken. Gerade schon nicht bei den Themen, die wirklich wichtig sind. Denn du musst den Umgang haben, der dir persönlich auch Spaß macht oder den Spaß nicht nimmt. Und ja, dass du einfach dein Leben leben kannst, wie du es leben möchtest, nach deinen Prioritäten, und du es schaffst, Geld zur Seite zu legen. Das ist das Ziel, was wir hier verfolgen: einen rundum gesunden Umgang mit deinen Finanzen zu finden.
Was ist also jetzt zu tun? Warum ist Verzicht nicht die Lösung? Und warum ist es auch überhaupt nicht notwendig? Ich kann dir aus persönlicher Erfahrung sagen: wenn du es richtig angehst, wenn du dir mal wirklich einen glasklaren Überblick über deine Finanzen oder auch über dein Konsumverhalten verschaffst. Das ist, wie gesagt, das, was die meisten nie so richtig angehen, vielleicht auch immer vor sich herschieben oder sich dabei auch verzetteln. Wenn du es aber einmal wirklich machst und schwarz auf weiß siehst, was du da eigentlich mit deinem Geld machst, und nicht daraus eine Einmalaktion machst, sondern das über einen längeren Zeitraum beobachtest, dir auch Zeit dafür gibst, das Ganze zu ermitteln, und das Ganze auf die richtige Art und Weise, sodass du wirklich mal einen glasklaren Überblick bekommst, wo dein Geld wirklich hingeht. Dann wirst du relativ schnell feststellen, dass du eigentlich gar nicht wirklich verzichten musst beziehungsweise dass du Dinge erkennen wirst in deinen Zahlen, in deinen Werten, auf die du locker verzichten kannst oder vielleicht sogar willst, weil die dir einfach persönlich gar nicht so viel geben, dass du sagst: Okay, die sind es jetzt wert, dass meine Finanzen auf der anderen Seite außer Waage geraten.
Solche Werte, solche Themen finden die meisten Leute relativ schnell, wenn sie mal wirklich hingucken und sich wirklich Gedanken machen: Okay, wo landet mein Geld eigentlich? Und wenn du jetzt am Anfang stehst, dann fühlt sich das vielleicht für dich gerade komplett unmöglich an. Und gerade wenn du die ersten Zahlen mal ermittelt hast und anfängst hinzugucken, dann wirst du vielleicht denken: Okay, wohin soll das führen? Aber genau das ist der Weg. Und ich kann dir versprechen, wenn du das eine gewisse Zeit über mal wirklich verfolgst, dann wirst du dort klarer sehen, wie du Geld bei dir einsparen kannst, und niemals das Gefühl haben müssen, wirklich zu verzichten.
Noch einmal zusammengefasst: Warum ist es nicht sinnvoll, über Verzicht nachzudenken? Oder warum ist es überhaupt nicht hilfreich, mit dem Thema „Ich muss auf irgendetwas verzichten“ an das Thema Finanzen in den Griff bekommen ranzugehen beziehungsweise an das Sparvorhaben beziehungsweise an „Ich möchte Rücklagen aufbauen, ich möchte Vermögensaufbau machen, dafür muss ich verzichten“? Warum passt das überhaupt nicht zusammen? Weil ganz einfach deine Finanzen dich dein Leben lang begleiten werden und du definitiv dafür einen Weg finden musst, der dir den Spaß an der Sache nicht nimmt. Und Verzichten ist immer was Negatives. Verzichten ist immer etwas, was dir den Spaß daran nimmt. Verzichten wirst du immer. Ja, wie so eine kleine Diät angehen und danach dann irgendwann wieder auf den alten Weg zurückkommen. Und genau das willst du ja vermeiden.
Das ist auch ein Grund, warum du von mir in der Regel keine Spartipps erwarten kannst, die so überall im Internet rumfliegen. Weil ich nicht daran glaube, dass das die Lösung ist für die eigentliche Thematik, deine Finanzen fest im Griff zu haben. Es kann hin und wieder mal helfen, aber eigentlich ist es nicht der Weg, der dir wirklich hilft, um deine Finanzen in den Griff zu kriegen. Das ist immer eine langfristige Herangehensweise. Das ist immer ein glasklar organisierter Umgang mit dem Geld und eine gewisse Art und Weise, wie du deine Finanzen betrachtest. Wenn du das einmal für dich gefunden hast, dann wirst du erstens nie wieder Geldprobleme haben, dann wirst du es schaffen, dein Geld beziehungsweise deine Geldflüsse so zu lenken, wie sie dir Spaß machen. Dann wirst du auch nicht verzichten müssen. Dann wirst du dir die Dinge, die dir wirklich wichtig sind, auch leisten können und es auch schaffen, Rücklagen aufzubauen und Vermögensaufbau zu betreiben.
Ich bedanke mich fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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