Worum es geht
In dieser Folge geht es um ein Phänomen, das uns alle betrifft – oft ohne dass wir es bewusst merken. Du erfährst, warum wir manchmal das Gefühl haben, ständig mehr zu wollen, ohne wirklich zufriedener zu werden, und was das mit unserem Konsumverhalten zu tun hat. Wenn du dich schon einmal gefragt hast, warum dein Geld schneller verschwindet, als dir lieb ist – oder warum neue Käufe manchmal mehr Frust als Freude bringen – dann ist diese Episode genau richtig für dich.
Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:
Transkript
Folge 17 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit
Je mehr wir uns mit einer Sache beschäftigen, desto mehr davon nehmen wir wahr, desto mehr davon sehen wir und desto mehr entwickeln wir das Bedürfnis nach dieser Sache. Und genau das passiert auch sehr, sehr schnell beim Thema Konsum. Je mehr wir kaufen und konsumieren, desto mehr fangen wir an, uns daran zu gewöhnen. Und wenn man nicht aufpasst, dann rutscht man ganz schnell in eine Art Hamsterrad, und ich nenne das das Konsum-Hamsterrad. Das ist natürlich nicht gut für deine Finanzen, also für deinen Kontostand, aber es hilft dir vor allem auch nicht zu Zufriedenheit beziehungsweise mehr Glück, wonach du vielleicht strebst, wenn du am Konsumieren bist. Und wenn du in dieser Konsum-Hamsterrad-Falle steckst, bist du meistens nicht an dem Punkt, dass dich dieser Konsum zufrieden macht. Deswegen sprechen wir in dieser Folge über dieses Phänomen und natürlich darüber, wie du diesem entgegenarbeiten kannst.
Wie kommt es überhaupt zu diesem Phänomen Konsum-Hamsterrad? Ja, wir leben in einer Welt, in der wir, ich nenne es mal so hart, extrem zugeballert werden mit Werbung. Überall werden wir auf Konsum und Konsum und Konsum getrimmt. Ja, besonders in den sozialen Medien werden wir mittlerweile immer spezifischer mit Werbung zugespielt, sodass im Prinzip fast jede Werbeanzeige, die wir sehen, uns auch wirklich irgendwie interessieren könnte beziehungsweise genau auf uns zugeschnitten ist. Und wir leben halt in einer Welt, in der wir auf der anderen Seite auch so ein bisschen diese Mentalität haben: Jeder kann sich alles leisten. Überall werden 0-Prozent-Finanzierungen angeboten. Das heißt also, Konsum ist sehr, sehr einfach in unserer heutigen Zeit, und dementsprechend geht es sehr, sehr schnell, dass wir dahin kommen und uns ein bisschen selber im Konsum auch verlieren können.
Vor allem, weil wir Menschen auch so ticken und uns an anderen Menschen orientieren, an Nachbarn, an Freunden oder halt, wie gesagt, auf Social Media, wo wir viele Dinge sehen, wo Konsum einfach so normal ist. Und so können wir ganz, ganz schnell in ein Konsum-Hamsterrad, wie ich es nenne, rutschen, wo wir im Prinzip gar nicht mehr nach unseren eigenen Bedürfnissen handeln, sondern einfach aus einer Konsumgewohnheit: konsumieren, darin abtauchen, vielleicht kurzfristiges Glück suchen oder Zufriedenheit suchen, die wir dann meistens in so einem Konsum nicht finden. Und ja, das ist im Endeffekt das Problem, das ich hier adressieren möchte.
Warum überhaupt? Warum möchte ich darüber sprechen? Weil ich es einfach oft gesehen habe, dass Menschen, gerade die, die so ein bisschen am Anfang der finanziellen Reise stehen, die sagen: Okay, ich möchte meine Finanzen besser im Griff haben, ich bin hier unzufrieden – die stellen oft fest, dass sie logischerweise einfach zu viel Geld ausgeben, und das automatisch. Sprich, sie haben sich daran gewöhnt, Geld einfach auszugeben und auf Reize von außen zu reagieren und immer wieder neue Dinge zu kaufen oder zu bestellen und sich darauf einzulassen, was von außen so an sie herangetragen wird. Sie haben so eine Gewohnheit aufgebaut, wieder das Nächste und das Nächste und das Nächste zu kaufen.
Das Interessante dabei ist: Immer wenn ich dann die Frage stelle: Macht dich das denn happy? Brauchst du die Dinge, die du da kaufst? Bist du damit zufrieden? Gibt dir das etwas? – dann ist meistens die Antwort Nein. Beziehungsweise nicht nur Nein, sondern: Eigentlich macht es mich unglücklich, habe ich häufig gehört. Weil auf der einen Seite natürlich das Geld weg ist, aber auf der anderen Seite da auch viele Sachen rumstehen, die einen eigentlich nur daran erinnern, dass das Geld ausgegeben ist, dass man selber nicht gut mit dem Geld umgeht. Und im Prinzip ist der Konsum hinterher häufig so ein Faktor gewesen, der sogar eher für Schmerzen sorgt, weil man ein schlechtes Gewissen hat.
Was bedeutet, dass es bei dem Konsum, bei dieser Gewohnheit, gar nicht um die Sachen an sich geht, sondern eher um den Konsum an sich. Und anstatt sich auf Dinge zu konzentrieren, die man sich wirklich wünscht und die einem wirklich was bedeuten, sind Menschen dann in so einer Schleife gefangen und kaufen ziemlich wahllos Dinge ein. Und das ist natürlich eine super wertvolle Erkenntnis an sich. Denn wenn man das erkennt, wenn man das sieht, wenn man da selber versteht, dass man sich da eigentlich nur Leid mit zufügt, wenn man das Geld so wahllos ausgibt, dann ist das auf jeden Fall schon mal ein guter Schritt und ein erster Schritt zur Veränderung.
Was kannst du also jetzt tun? Was würde ich dir raten, wenn du feststellst: Okay, so ähnlich ist es bei mir. Ich kaufe eigentlich zu viel ein, ich gebe zu viel Geld aus, wo ich gar nicht genau weiß, warum eigentlich. Ich denke, dir ist klar, was das große Ziel ist: dass du natürlich deinen Konsum an der Stelle anpasst, dich da mehr einschränkst. Aber – und das ist der ganz wichtige Punkt – wenn du jetzt so da rangehst und sagst, ich möchte das wegstreichen, dann wirst du wahrscheinlich an den Punkt kommen, dass es dir sehr schwerfallen wird im ersten Moment. Der Schritt ist einfach zu groß. Deswegen mach dir bewusst, was du da aufgebaut hast: eine Gewohnheit. Aus Gewohnheiten kann man meistens nicht von jetzt auf gleich aussteigen, wenn der Schmerz nicht groß genug ist. Deswegen rate ich dir, da auch einen leichteren Weg zu suchen. Den möchte ich dir jetzt vorstellen.
Denn meiner Erfahrung nach ist der Schlüssel, erst mal überhaupt die Wahrnehmung dafür zu bekommen: Was sind denn Dinge, die dir wirklich wichtig sind? Was ist das, was dir wirklich etwas bedeutet beim Thema Konsum? Welche Dinge machen dich zufrieden? Welche Dinge machen dich auch nicht zufrieden? Deswegen ist es total sinnvoll, erst mal zu beobachten, wie dein Konsumverhalten überhaupt funktioniert. Zu verstehen: Wie tickst du? Welche Muster hast du beim Einkaufen? Vielleicht auch erst mal nur zu beobachten: Wie verhältst du dich? Welche Dinge gibst du aus?
Und dann draufzugucken: Was ist da der Grund, warum kaufst du es vielleicht? In welchen Situationen kaufst du ein? Oder warum entscheidest du dich für einen bestimmten Kauf? Und zwar rate ich dir, am Anfang nicht mit dem Ziel hinzugehen und zu sagen: Ich streiche mir jetzt diese ganzen Ausgaben. Sondern: Ich will erst mal nur verstehen, wie ticke ich denn. Damit du im Grunde zu dem Punkt hinkommst, zu verstehen: Welche Dinge machen dich glücklich? Was sind die Dinge, die dir Zufriedenheit geben? Wenn man an dem Punkt ist, dass man merkt, dass man zu viel Geld ausgibt, ist es oft schon ein Schmerz, sich einzugestehen, dass man eine Menge Geld ausgibt. Da ist meistens eine gewisse Angst da: Was kommt da jetzt auf mich zu, wenn ich wirklich genau hinschaue?
Deswegen vielleicht noch ein paar persönliche Worte, die mich persönlich betreffen. Ich kann ganz klar sagen: Auf dem Weg mit meinem Haushaltsbuch und den ganzen Finanzthemen habe ich persönlich immer mehr festgestellt: Je mehr ich mich auch auf die Dinge konzentriere, die mir wichtig sind, und dafür sorge, dass ich mir die Dinge auch entspannt leisten kann, desto weniger ist das Bedürfnis da gewesen, andere Dinge zu konsumieren. Das heißt also, je mehr ich mich darauf konzentriert habe und wahrgenommen habe, was die Dinge sind, die mir wirklich was bedeuten, desto bedeutungsloser wird das Drumherum. Und das ist ein Prozess, und das ist nicht einfach von heute auf gleich ein Schalter, den du umlegen kannst, sondern etwas, was eine gewisse Reise nimmt. Deswegen rate ich dir: Starte damit, erst mal nur Haushaltsbuch zu führen. Schreib mal auf: Was gibst du denn an Geld aus? Wo geht dein Geld wirklich hin? Und fang an, das Ganze zu beobachten.
Und zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung. Die ganz große Gefahr an der heutigen Welt: Man kann sich schnell im Konsum verlieren. Ich nenne es das Konsum-Hamsterrad. Wenn man da eintaucht, dann hört das häufig nicht so schnell auf. Denn es geht immer weiter. Und das ist auf der einen Seite nicht nur schlecht für deine Finanzen, für deinen Geldbeutel, sondern meistens auch für dein persönliches Gefühl, für deine Zufriedenheit. Denn reiner Konsum macht dich nicht happy. Der richtige Konsum macht dich happy. Und zwar, wenn du dich auf die Dinge fokussierst, die dir wirklich was bedeuten.
Und das würde ich dir raten: dich darauf zu konzentrieren. Das schaffst du, indem du genauer hinschaust, indem du mal reflektierst, wo du dein Geld denn ausgibst, und mal hinterfragst, was davon dir wirklich was bedeutet, was vielleicht auch nicht, und dich dann mehr und mehr auf das konzentrierst, was dir wichtig ist im Leben. Und so entsteht natürlich logischerweise auch Zufriedenheit, und so entsteht natürlich auch, ja, eine einfachere finanzielle Situation, weil du einfach gar nicht so viel, ich nenne es mal hart, Bullshit kaufst. Ja, das wird deinen Geldbeutel natürlich freuen. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen
Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.