Worum es geht
Sparen – ein Wort, das so viel bedeuten kann. Doch was steckt wirklich dahinter, wenn wir sagen, wir wollen Geld zur Seite legen? In dieser Folge sprechen wir über Denkweisen, Gewohnheiten und individuelle Wege, mit dem Thema Sparen umzugehen – jenseits von starren Prozentwerten oder pauschalen Empfehlungen. Du erfährst, warum es so wichtig ist, ein für dich passendes System zu entwickeln und wie du es schaffen kannst, mit einem guten Gefühl dranzubleiben.
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Transkript
Folge 18 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit
Was ist eine angemessene Summe? Wie viel Prozent von meinem Einkommen sollte ich eigentlich zur Seite legen? Vielleicht fragst du dich, was da sinnvoll wäre. Vielleicht bist du auch ein bisschen hin- und hergerissen zwischen dem Thema: Das letzte Hemd hat keine Taschen, hört man ja häufig, oder: Du lebst jetzt. Und auf der anderen Seite vielleicht auch das andere Extrem, so ein bisschen Angst vor Altersarmut. Irgendwo dazwischen wirst du dich vielleicht befinden. Was ist denn richtig? Wie viel sollte man sparen? In dieser Folge möchte ich dir dazu meine Meinung mitteilen.
Zum Start möchte ich etwas ansprechen, was mir häufiger mal aufgefallen ist. Das ist eine Frage der Definition, wie wir Sparen definieren. Das hat häufig auch den Unterschied gemacht zwischen Menschen, die es schaffen zu sparen, und Menschen, denen es schwerfällt. Es ist ein ganz klarer Unterschied in der Art, wie wir Sparen definieren. Was heißt denn Sparen? Da gibt es häufig ein unterschiedliches Verständnis, das sehr tief in uns verankert sein kann und meistens auch so ein bisschen aus der Kindheit rührt. Und wie bringt man Kindern bei, was Sparen ist, beziehungsweise den Kontext Sparen? Häufig ist es so, dass Kindern gesagt wird: Wenn du dir etwas kaufen möchtest, wenn du etwas haben willst, dein Fahrrad oder irgendwelches anderes Spielzeug, was auch immer das ist, dann musst du dafür sparen.
Deswegen ist Sparen, der Begriff Sparen, häufig konditioniert auf: Es geht also darum, zu behalten, um es später für etwas anderes wieder auszugeben. Das ist natürlich super gefährlich, wenn wir von Sparquoten sprechen und eigentlich das Ziel haben, vielleicht Vermögensaufbau zu machen, und Sparen verknüpft haben mit: Leg Geld zur Seite, um es später wieder auszugeben. Denn das ist natürlich kein Vermögensaufbau und hindert uns natürlich daran, Vermögen aufzubauen, wenn wir so ein bisschen konditioniert sind: Ich spare und gebe das Geld hinterher wieder aus.
Es gibt also unterschiedliche Formen von Sparen, und wir kommen definitiv nicht umhin, beides auch anzusprechen. Denn zum einen geht es auch darum, Geld für später, zum späteren Ausgeben, zur Seite zu legen, und natürlich zum anderen um den Vermögensaufbau. Schauen wir uns doch erst mal an, was es heißt, Geld zur Seite zu legen, um es später wieder auszugeben.
Ich nenne das Ganze immer Rücklagen bilden. Also bewusst Geld zur Seite zu legen für Dinge oder größere Ausgaben, die in der Zukunft liegen, die irgendwann auf dich zukommen werden. Bewusst Geld zur Seite zu legen, um dann später nicht in das Problem zu laufen, größere Ausgaben, wie zum Beispiel Urlaub oder irgendwelche Reparaturen, irgendwelche größeren Ausgaben, die halt in deinem stattfinden, irgendwie in dem Monat zu regeln, in dem sie anfallen, sondern dass du da im besten Fall Rücklagen hast, auf die du zurückgreifen kannst. Weil ansonsten natürlich auch dein Vermögensaufbau unter Umständen wieder gefährdet wird, wenn du dann später an das Geld musst, sobald eine größere Ausgabe auf dich zukommt. Sie retten also sozusagen den Alltag und schützen auch deinen Vermögensaufbau, deine Rücklagen.
Noch mal zur Eingangsfrage: Wie viel Rücklagen sollte man denn aufbauen? Was macht da Sinn? Ich empfehle dir sehr stark, das Ganze mal so ein bisschen aufzuplanen. Deine Rücklagen nicht daran zu bemessen, was du zur Verfügung hast, sondern was du wirklich benötigst. Da empfehle ich dir, mal ganz genau hinzugucken: Was sind denn überhaupt Dinge in deinem Leben, die auf dich zukommen könnten oder in der Vergangenheit auf dich zugekommen sind, die sonst den Monat sprengen, nenne ich das mal gerne?
Was ist das denn so jährlich? Was ist denn da im Jahr so sinnvoll an Rücklagen zur Verfügung zu haben? Und das dann einfach fest mit einzuplanen. Was sind Rücklagen? Das ist so was wie Urlaub, ich habe es eben schon gesagt. Oder auch größere Ausgaben, irgendwelche Reparaturen, die anstehen könnten, oder ein Auto, das kaputtgehen kann. All das mal mit einzuplanen und dafür grobe Summen zur Seite zu legen, damit du, wenn es auf dich zukommt, auch darauf zurückgreifen kannst. Also mach dir eine Liste und überleg dir, wie viel Rücklagen du brauchst, um entspannt durch deinen Alltag zu kommen und auch deinen Vermögensaufbau später nicht zu gefährden. Und wenn du das gut planst, dann kriegst du definitiv immer mehr Ruhe in deine Finanzen und nicht nur Rückendeckung für den Alltag, sondern auch Rückendeckung für dein eigentliches Sparvorhaben.
Schauen wir uns jetzt also das Thema Vermögensaufbau an und wie viel du wirklich sparen solltest. Da habe ich persönlich eine ganz klare Meinung, und zwar: Orientiere dich nicht an anderen, nur an dir selbst. Deswegen möchte ich dir auch hier keine konkrete Zahl oder irgendeine Prozentzahl von deinem Einkommen nennen. Denn aus meiner Sicht ist das nichts, was dir helfen wird. Dafür ist aber die ein oder andere Idee, die ich dir mitgeben würde, viel entscheidender, wenn du gerade über das Thema Sparen nachdenkst, wenn das ein Thema ist, wenn du vielleicht auch an der Stelle stehst, dass du dir einen Plan machst oder mit dem Sparen so ein bisschen startest. Dann ist das für mich persönlich viel wichtiger. Und wie viel du wirklich sparen solltest oder möchtest, das ist was super Individuelles und hängt einfach davon ab, was dir wirklich wichtig ist. Das ist für den einen weniger, für den anderen mehr. Viel entscheidender ist, dass du es überhaupt schaffst, Geld konstant zur Seite zu legen, und diesen Schritt viel ernster nimmst, als es häufig einfach passiert.
Denn am Anfang ist es die ganz große Herausforderung, es zu schaffen, Geld zur Seite zu legen. Und meiner Erfahrung nach ist es in dem Moment, wo du es schaffst, weil du ein gutes System hast, ein paar Euro zur Seite zu legen, kein Problem mehr, das zu steigern. Wenn du die Routine hast und es schaffst, einen Betrag solide zur Seite zu legen, und auch durch deine Absicherung sicher bist, dass du da nicht wieder ranmusst, wird es dir immer leichter fallen, diesen Betrag zu erhöhen. Das Allerschlimmste, was du machen kannst, ist, auf Krampf zu sparen. Wenn du zu viel zur Seite legst und dich in deinem Leben zu sehr zurücknimmst, dann haut das nicht hin. Deswegen ist es für mich viel wichtiger, dass du dir ein System installierst, mit dem es dir leichtfällt, Geld zur Seite zu legen. Am Anfang vielleicht sogar bewusst wenig, und dann zu steigern, wenn es anfängt, Spaß zu machen.
Wenn du siehst, da wächst so ein bisschen was, dann kann ich dir garantieren, dass es dir auch mehr Spaß macht, da wieder hinzugucken und das Ganze auch ein bisschen mehr wachsen zu lassen. Das ist wie wenn du einen Baum pflanzt. Am Anfang passiert noch nicht viel, aber in dem Moment, wo du was wachsen siehst, wirst du garantiert Freude dabei entwickeln und wollen, dass diese Pflanze schneller wächst oder besser wächst, und dich damit beschäftigen, wie du es hinbekommst, dass das auch passiert. Deswegen leg den Fokus darauf, einen guten Mittelweg zu finden zwischen jetzt leben, dein Geld ausgeben, das Leben genießen, und dich auch abzusichern. Und dann einen Sweet Spot zu finden, der sich für dich beim Thema Sparen richtig anfühlt. Also hör auf, dich da zu sehr einzuschränken, sondern taste dich so ran, dass du im Endeffekt Spaß dabei entwickelst zu sparen, und steigere dann nach deinem Ermessen, wie viel du zur Seite legen möchtest. Einfach was sich gut anfühlt, was sich auch leicht anfühlt. Denn mehr geht natürlich immer, aber es hilft dir nichts, wenn es dann im Endeffekt nicht zu deinem Leben passt.
Die richtige Sparquote zu finden, ist ein super individuelles Thema. Was andere da machen, sollte dir total egal sein. Viel wichtiger ist es, dass du ein System entwickelst, wie du wirklich Geld zur Seite legst und da auch nicht wieder ranmusst. Das heißt also, entscheidend ist: Du hast ein vernünftiges System, eine Struktur, wie du es schaffst, Rücklagen aufzubauen, sodass du im Prinzip deinen Vermögensaufbau auch absicherst. Und dann ist es eine Routine, Geld zur Seite zu legen, und das dann, wenn du Lust hast, immer weiter zu entwickeln. Der erste Schritt ist meistens viel größer: das Thema überhaupt mal auf die Straße zu bringen. Wenn du es schaffst, ein paar Euro zur Seite zu legen, wird es dir auch leichter fallen, die Summe zu steigern beziehungsweise auf ein paar Euro mehr im Monat zu verzichten. Je mehr Spaß du dort dran gewinnst, desto leichter wird dir das Ganze auch fallen. Und das ist der Weg, den ich dir persönlich empfehlen würde.
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