Worum es geht
Viele führen ein Haushaltsbuch – und trotzdem bleibt am Ende des Monats die große Frage: Wo ist das Geld eigentlich hin? In dieser Folge geht es um einen typischen Fehler, der besonders bei Excel-Fans immer wieder passiert: viel Aufwand, viele Zahlen, unzählige Auswertungen – aber kaum echte Klarheit. Wenn du dich darin wiedererkennst und trotz Disziplin keinen echten Überblick hast, solltest du unbedingt reinhören.
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Transkript
Folge 61 zum Nachlesen · 6 Minuten Lesezeit
In dieser Folge möchte ich über einen Fehler sprechen, der häufig beim Haushaltsbuchführen gemacht wird. Und zwar besonders häufig von Menschen, die sehr, sehr gerne mit Tools wie Excel und Ähnlichem arbeiten, die trotz Haushaltsbuch, trotz viel Zeit und viel Aufwand, der da drinsteckt, eigentlich keinen guten Überblick über ihre Finanzen haben und darüber nicht wirklich Kontrolle über ihr Geld gewinnen. Denn ja, ich habe es häufig erlebt, dass diese Menschen zwar viel Aufwand betreiben, aber das Geld am Ende des Monats dann doch weg ist und sie eigentlich gar keine Ahnung hatten, was sie dagegen tun können. Obwohl sie alles erfasst hatten, obwohl sie viel Zeit investiert haben, haben viele doch hinterher keinen Plan, wo das Geld eigentlich verloren geht. Darüber möchte ich in dieser Folge sprechen: was diese Falle ist und natürlich auch, was die Lösung dafür ist.
Ich habe tatsächlich schon sehr, sehr viele Excel-Tabellen gesehen, und zwar sehr, sehr viele. Auch die, die – ich nenne das gerne so – ein Tapetenformat entwickelt hatten, also riesengroß waren, super komplex aufgebaut. Und ich habe einige Menschen erlebt, die sich teilweise ja stundenlang damit beschäftigen können, aber unterm Strich dann doch keine Kontrolle darüber gewonnen haben. Denn aus meiner Sicht hat Excel zum Beispiel ein ganz großes Problem: Man kann damit nämlich sehr, sehr viel machen. Und gerade wenn man dazu neigt, dass man das gerne macht, wenn man gerne mit diesen Tools arbeitet, dann macht es halt auch Spaß, damit viel zu machen.
Und auch wenn man bereits Zahlen gesammelt hat und diese ganzen Daten schon ermittelt hat, dann verleitet einen das sehr stark dahin, ja auch in Auswertungen zu denken, Diagramme zu zeichnen, unterschiedlichste Tabellen aufzubauen, viele Kategorien zu bilden. Gerade beim Thema Finanzen, beim Thema Geldausgeben starten viele auch mit Kategorien und kategorisieren das Ganze bis ins Detail, fahren jeden Monat im Grunde neue Auswertungen und überlegen sich: Okay, was könnte ich noch machen, um mehr Überblick über meine Finanzen zu gewinnen? So ein bisschen die Mentalität „Viel hilft viel“. Die kenne ich ganz ehrlich gesagt auch persönlich aus anderen Bereichen. Wenn ich irgendwo versuche, Dinge mit dem Kopf durch die Wand lösen zu wollen, dann mache ich gerne auch von bestimmten Sachen viel zu viel, verliere dabei aber den Fokus und erreiche mein Ziel nicht.
Und das passiert ganz häufig bei sogenannten Excel-Fans, die sehr, sehr stark darin sind, große Excel-Tabellen zu bauen, alles genau zu erfassen, und sich natürlich auch sehr, sehr viele Gedanken machen über das Thema: Was kann ich da mit meinen Finanzen rausholen? Wie kann ich besser mit meinen Finanzen werden? Ja, was habe ich gemacht, wenn ich so jemanden im Coaching hatte, der im Endeffekt eigentlich zu mir kommt und alles schon parat hat, alle Zahlen vorliegen hat, sich aber irgendwie ein bisschen verzettelt hat? Natürlich geht es darum, den richtigen Fokus zu finden. Der Vorteil ist: Der Person fällt es meistens sehr, sehr leicht, das Ganze aufzuschreiben und auch da Zeit zu investieren. Damit hat sie schon einen großen Vorteil anderen Menschen gegenüber, denen es eher schwerfällt, überhaupt etwas aufzuschreiben.
Ja, aber worum sollte es dieser Person gehen, wenn es nicht darum geht, alles zu erfassen? Das ist natürlich auch wichtig, aber eine Sache ist viel, viel wichtiger dabei, und zwar diese Buchführung so aufzusetzen, dass sie dir auch wirklich Klarheit liefert. Und darum geht es dann immer. Wenn jemand sich so ein bisschen verzettelt hat und viel zu viel macht, dann sollte der Fokus sein, eine klare Vergleichbarkeit unter deinen Ausgaben herzustellen. Und dabei helfen dir keine Kategorien. Dabei helfen dir auch keine Diagramme oder tiefe Auswertungen und vor allen Dingen nicht, dass du jeden Monat eine andere Auswertung fährst. Das ist alles so ein bisschen Spielerei. Sondern du brauchst dafür ein klares System, wie du es schaffst, einen guten Überblick zu bekommen, wo dein Geld wirklich verloren geht.
Und da gilt wie so oft im Leben, dass weniger mehr ist. Denn im Grunde hilft dir eine klare Liste deiner Ausgaben viel, viel mehr, als wenn du eine Riesentapete gefüllt hast mit allen möglichen Zahlen, Statistiken, unterschiedlichen Kategorien. Eine klare Liste, und zwar mit der Fragestellung: Was geht im Monat an Geld bei dir so durch? Ganz wichtig dabei ist natürlich, alle Ausgaben zu erfassen, auch die jährlichen und so weiter auf den Monat herunterzubrechen. Das habe ich in dem Podcast auch schon häufiger erwähnt, sodass du einen durchschnittlichen Monat bekommst, wo dein Geld eigentlich hinfließt. Und genau dafür brauchst du keine riesengroße Excel-Tabelle. Dafür reichen eigentlich zwei Spalten. In der ersten Spalte steht, was du ausgibst, in der zweiten Spalte, wie viel du ausgibst, und dann hast du eine klare Vergleichbarkeit.
Und darauf solltest du den Fokus legen, wenn du dazu neigst, zu viel Zeit und Energie in deine Excel-Tabellen zu stecken, zu viel auszuwerten. Nur um: Was geht im Monat an Geld eigentlich wirklich durch? Und dann wirst du feststellen, dass das Ganze plötzlich auch Erkenntnisse bringt und natürlich auch Zeit spart und Aufwand spart. Denn was passiert, wenn du diese klare Liste hast, was im Monat an Kosten auf dich zukommt beziehungsweise was im Monat bei dir so durchgeht? Wenn du diese Liste hast, dann kannst du einen kleinen Vergleich zwischen deinen Ausgaben ziehen. Dann erkennst du auch, wie viel Spielraum du wirklich hast oder wie viel Spielraum du dir lässt mit deinen Ausgaben. Und vor allen Dingen erkennst du eine Sache: deine eigenen Prioritäten, wie du dein Geld ausgibst.
Dann kannst du erkennen, ob ein Urlaub wirklich zu teuer war. Dann kannst du für dich selbst entscheiden, welche Ausgaben ja eigentlich gar nicht so wirklich reinpassen, weil sie den Rahmen sprengen beziehungsweise dafür sorgen, dass andere Ausgaben natürlich zu kurz kommen. Ganz häufig sind es nämlich solche unregelmäßigen Ausgaben, die wir meistens mit so einer Excel-Tabelle, die so ein bisschen ausgeartet ist, gar nicht so richtig in den Vergleich bekommen, die uns dann aus der Balance bringen. Aber wenn du diese Liste hast und klar siehst, okay, im Monat gebe ich Summe für meinetwegen den Urlaub aus, dann kannst du neu entscheiden, neue Prioritäten entwickeln.
Und darum geht es im Endeffekt, wenn du anfängst, ein Haushaltsbuch zu führen: dass du erkennst, wo dein Geld eigentlich hinfließt, und dass du jeden Monat neu entscheiden kannst, ob du dein Geld weiterhin so ausgeben willst oder das Ganze anpassen möchtest. Und vielleicht kommst du dann auch auf die Idee, wenn du diese Liste hast, dass zum Beispiel das Thema Vermögensaufbau noch mal größer werden sollte oder das Thema Rücklagen vielleicht ein bisschen größer werden sollte.
Daher würde ich dir ganz stark raten, wenn du große Excel-Tabellen pflegst: Leg den Fokus nicht so viel auf die Auswertung, sondern auf die richtige Fragestellung, und zwar, dass du einen klaren Überblick über deine Ausgaben hast. Und dafür reicht eine einzige Liste. Und aus meiner Sicht brauchst du dafür auch kein Excel, denn am besten lädst du dir dafür unsere App runter. Die hilft dir dabei, diese Liste in wenigen Minuten mal aufzustellen. Und das ist in den allermeisten Fällen schon ausreichend, um klare Erkenntnisse zu haben, die vielen Menschen trotz großen Aufwands fehlen. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und vielen Dank fürs Zuhören.
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