GELDVERSTEHEN
Cover des GELD VERSTEHEN Podcasts
FOLGE 82 · 27. AUGUST 2026 · 13 MIN

Der Puffer-Trick – so wächst dein Kontostand von allein

Worum es geht

Du nimmst dir vor, 100 € auszugeben – und am Ende sind es 110. Kennt jeder, ist im Einzelfall auch völlig egal. Aber genau an dieser Stelle trennen sich zwei Typen von Menschen, und über ein ganzes Jahr laufen ihre Konten komplett auseinander. In dieser Folge geht es darum, wie du herausfindest, zu welchem Typ du gehörst – und was du an deiner Haltung ändern kannst, ohne irgendwo zu verzichten.

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Transkript

Folge 82 zum Nachlesen · 10 Minuten Lesezeit

Heute geht es um ein Thema, das sehr, sehr schnell mal unter den Tisch fällt. Um eine Sache, die auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit wirkt und die man deswegen auch gerne mal schnell abtut. Ich habe aber in meinen Coachings immer wieder gemerkt: Gerade so Kleinigkeiten beim Thema Finanzen machen viel mehr aus als die ganz großen Themen, über die sowieso jeder redet. Und das Thema von heute, das gehört für mich ganz klar zu so einer Kleinigkeit, die relativ schnell auch größere Ausmaße haben kann, wenn man sich dem Thema bewusst wird. Wir schauen uns also an, worum es genau geht, wie du herausfindest, wie du selber in dem Bereich tickst, und was du ganz konkret anders machen kannst, um finanziell einfach besser voranzukommen. Genau darum geht es in dieser Folge.

Was ist das Thema überhaupt? Fangen wir mal mit einer kleinen Alltagssituation an. Stell dir mal vor, du hast dir vorgenommen, etwas zu kaufen, hast eine Zahl im Kopf, die du dafür ausgeben möchtest, was es kosten darf. Sagen wir mal, es sind 100 €. Hast du mental eingeplant. Und am Ende kostet es dann doch ein bisschen mehr. Das heißt, du gibst doch ein bisschen mehr Geld aus. Vielleicht sind es 110 €, aber auf jeden Fall ein bisschen mehr. Ich glaube, genau diese Situation kennt jeder. Das passiert natürlich auch einfach mal so, also wenn du dir etwas vornimmst, das den Rahmen dann doch vielleicht ein bisschen sprengt. Und das ist im ersten Moment natürlich auch nicht weiter schlimm.

Aber was mir persönlich aufgefallen ist, und deswegen ist das Thema so entscheidend: Aus so kleinen Momenten kann man häufig auch eine Menge ableiten, auch darüber, wie Menschen grundsätzlich so funktionieren. Und darum geht es eigentlich. Denn ich habe in meinen Coachings immer wieder wahrgenommen, dass Menschen, die ja schwer mit ihrem Geld auskommen, eher die Neigung haben, genau das, nämlich einfach überall zu leben. Sie schätzen irgendwo grob die Kosten ein, planen den eigenen Rahmen so ein bisschen zu eng, eigentlich immer so zu den eigenen Ungunsten. Die Zahl im Kopf ist bei den Menschen dann häufig einen Tick zu klein. Egal, ob es der Einkauf ist, bei irgendwelchen Geschenken, bei der Urlaubsplanung, bei irgendwelchen Anschaffungen.

Und ja, wenn man dann konsequenterweise überall so ein bisschen drüber ist und das Ganze mal wirklich hochrechnet: 10 € hier, 20 € da. Beim Urlaub sind es dann wahrscheinlich mal ein paar Euro mehr, die da zusammenkommen. Dann sind das schnell sehr, sehr viele Scheine, die einfach zusätzlich zu dem Eingeplanten im Monat so davonfliegen. Und wenn man das Ganze aufs Jahr hochrechnet, kommt man da zu sehr, sehr großen Beträgen, wenn man das Ganze einfach mal so hochskaliert, wie es dann häufig so der Fall ist. Ja, und das Geld ist dann einfach so in dem Sinne verloren und nicht eingeplant gewesen. Und man hat sich eigentlich, und das ist so ein bisschen das Bittere daran, gar nicht so viel Besonderes extra geleistet, sondern eigentlich nur konsequent ein bisschen zu klein geplant und landet dann unterm Strich am Ende des Jahres bei einem Ergebnis, das man sich anders gewünscht hätte.

Und andersrum geht das Ganze natürlich auch. Denn es gibt natürlich auch den Typ Mensch, der von vornherein immer mit einem gewissen Puffer plant. Die sich lieber ein kleines bisschen mehr ansetzen, als sie eigentlich vielleicht erwarten, und versuchen, immer unter dem zu bleiben, was sie eigentlich eingeplant haben. Und ja, da kannst du dir ja vorstellen, was passiert, wie unterschiedlich sich diese beiden Wege unterm Strich entwickeln. Der eine lebt permanent leicht über dem eigenen Plan. Da entsteht logischerweise immer wieder ein Loch. Aus dem ersten kleinen Loch wird dann ein größeres Loch. Und der andere? Der lebt permanent leicht unter seinem Plan, plant immer einen Puffer mit ein und sammelt eigentlich immer mehr Geld an, das er eigentlich mit eingeplant hat, und hat dabei eigentlich auch kaum Mühe, sondern muss einzig und alleine auf die Planung achten.

Im ersten Moment, und das ist so ein bisschen die Krux dabei, sieht man bei den beiden kaum einen Unterschied, wenn man das nur auf die einzelne Situation runterbricht. Der eine hat ein bisschen mehr ausgegeben, der andere ein bisschen weniger. Das Ergebnis ist nahezu dasselbe. Aber, und das ist das große Thema dabei: Über die Distanz laufen die beiden Wege natürlich komplett auseinander. Und das ist der Schlüssel beim Thema Finanzen überhaupt. Es entscheidet sich eh nichts in dem Moment, in einer Momentaufnahme, sondern alles über eine längere Distanz. Und das ist ja auch das, was ich hier immer sage: Du musst anfangen, langfristig zu denken und langfristig zu planen, wenn du finanziell erfolgreich sein willst. Und ein ganz großer Schlüssel dabei ist das Thema von heute.

Und deswegen ist mir eine Sache wichtig: Wenn du ja Wachstum auf deinem Konto erzeugen willst, ist es super wichtig, dort zu verstehen, wie du tickst. Bist du eher jemand, der am Ende des Tages bei solchen Planungen eher einen Tick mehr ausgibt, als er eigentlich geplant hatte? Oder bist du jemand, der lieber einen gewissen Puffer einplant und lieber dafür sorgt, dass er eigentlich immer ein bisschen unter dem Plan ist? Und diese Frage alleine zu beantworten oder seine eigene Antwort zu kennen, ist schon super, super wertvoll. Denn häufig sind es diese kleinen Themen, diese kleinen Muster, die dafür sorgen, dass unser Ergebnis in finanzieller Hinsicht langfristig in eine komplett andere Richtung fährt.

Ja, und wenn du jetzt festgestellt hast, du bist eher jemand, der gerne mal einen Tick mehr ausgibt: Wie kommst du auf die andere Seite? Wie schaffst du es, das Ganze zu verändern? Der erste Schritt ist für mich immer ganz, ganz wichtig: Beobachte dich selbst. Nimm dir bei den nächsten Ausgaben mal einen kurzen Moment und vergleiche: Was hatte ich vorher eigentlich im Kopf? Was war eigentlich mein Plan? Was ist im Endeffekt dann daraus geworden? Nicht, um dich jetzt darüber zu ärgern, sondern einfach erst mal, um deine Muster kennenzulernen und auch dich selber besser zu verstehen, wie du so tickst, wie solche Entscheidungen entstehen. Ob du vielleicht einfach gerne das Thema kleiner schätzt, um vorher ein gutes Gefühl zu haben, oder ob du in dem Moment einfach das Gefühl hast: Okay, ich darf eh aufrunden, und ein bisschen mehr ist auch nicht schlimm. Das ist schon sehr, sehr spannend zu wissen, wie man da tickt.

Und ja, dann erst im zweiten Schritt die eigentliche Umstellung mal einzuplanen und die Haltung vielleicht mal umzudrehen. Wenn du beim nächsten Mal so eine Ausgabe hast, wo du dir ja etwas leisten möchtest oder irgendwas brauchst, irgendwas Neues: Schätz das doch mal bewusst ein bisschen weiter oben an, sodass du auf jeden Fall mit dem Geld rauskommst, und sag: Du schätzt eine Obergrenze. Plan lieber ein bisschen mehr ein, als du erwartest, bei allem, was du tust. Denn dann hast du so ein bisschen mehr Kontrolle darüber, wo du im Endeffekt dabei landest. Und schau mal hin, dass du dann im Endeffekt immer an deinem Plan bleibst.

Und ein Beispiel, wo das Ganze natürlich extrem viel ausmacht, ist das Thema Rücklagenplanung, die ich ja auch jedem immer auf eine relativ einfache Art und Weise empfehle. Wenn du dir zum Beispiel überlegst, was dich dein Auto übers Jahr kostet, mit Werkstatt, TÜV und allem, was dazugehört. Das weißt du ja gar nicht so 100 % genau. Du musst aber irgendwie für dich eine Zahl ansetzen, was du an Geld dafür einplanen willst. Und ja, da macht es am Anfang des Jahres oder wenn du anfängst zu planen meistens überhaupt keinen Unterschied, wie hoch du das genau ansetzt. Denn ob es 100 € mehr oder 100 € weniger sind, macht meistens nicht den großen Unterschied, wenn du das Ganze hinterher auf den Monat runterrechnest.

Dann setz lieber ein bisschen großzügiger an, wo du weißt: Okay, mit dem Geld werde ich wahrscheinlich auf jeden Fall auskommen, als eine Zahl zu nehmen, die sich vielleicht so knapp anfühlt, dass du schon merkst: Okay, wahrscheinlich wird es doch mehr werden. Weil dann geht deine Planung logischerweise auch nicht auf. Das macht an einer einzelnen Stelle wiederum gar nicht so den Unterschied. Aber wenn du das an allen Stellen deiner Planung so handhabst, dann wirst du merken, das macht einen massiven Unterschied darin, ja, wie du im Endeffekt dann mit deiner Rücklagenplanung hinkommst. Und ja, wenn dann eine Werkstattrechnung kommt, die vielleicht ein bisschen größer ist, dann reißt es dich nicht auch sofort raus aus der Nummer.

Und damit es nicht falsch ankommt, noch ein wichtiger Satz dazu: Großzügig zu planen heißt nicht, großzügig auszugeben. Du brauchst nicht deswegen einfach mehr Geld auszugeben, nur weil du deine Planung so ein bisschen anpasst. Es geht nur darum, dass du viel ehrlicher planst und vor allen Dingen realistischer und ein besseres Gefühl dafür entwickelst, wo du dein Geld dann wirklich ausgibst oder wo du es wirklich brauchst. Denn wenn du das nämlich gar nicht so im Blick hast beziehungsweise da immer eher über den Plan drübergehst, dann, ja, fällst du dir damit immer selber in den Rücken. Und das ist das, was du unbedingt vermeiden solltest: diese Gewohnheit zu haben, immer mehr Geld auszugeben, als du eigentlich wolltest. Weil genau das logischerweise dazu führt, dass das Geld dann schneller weg ist.

Und wenn du mehr eingeplant hast, tut es dir auf der anderen Seite natürlich überhaupt nicht weh. Denn, ja, alles, was du am Ende nicht brauchst, bleibt einfach als Puffer liegen. Das ist für mich der sogenannte Puffer. Ich arbeite immer mit so einem mentalen Puffer, dass eigentlich jedes Mal so ein paar Euro mehr Spielraum entstehen. Und über die Jahre, über die Monate wirst du merken: Dein Kontostand wächst alleine dadurch. Und das macht Spaß. Und dann hast du auch noch mal eine Art Rücklagenpuffer mehr, wenn dann doch mal irgendwo eine Rechnung kommt, mit der du gar nicht gerechnet hast. Von daher ist das ein sehr, sehr einfacher Trick, um, ja, mit seinen Finanzen auf die richtige Spur zu kommen: einfach mental immer so ein bisschen mehr einzuplanen oder realistischer zu planen und dafür zu sorgen, dass du diesen Rahmen nicht sprengst.

Noch einmal kurz zusammengefasst: Wenn du dich vorher in der ersten Gruppe wiedererkannt hast, bei den Menschen, die immer ein bisschen mehr ausgeben, die immer so einen kleinen Tick darüber liegen, dann ist das natürlich völlig menschlich und normal. Das geht ganz, ganz vielen Menschen so! So ticken sehr viele. Und ja, kleinere Zahlen fühlen sich bei der Einschätzung häufig erst mal besser an, und wenn man sich angewöhnt hat, sich dann doch zu erlauben, drüber zu liegen, ist das einfach, ja, sehr, sehr einfach. Und dementsprechend machen es viele Menschen.

Aber genau da liegt halt auch eine Riesenchance, weil das eigentlich keine große Umstellung braucht, keine große Verzichtaktion. Du musst nicht irgendwie jetzt dein System anpassen, sondern einfach nur mal einmal diese Haltung hinterfragen. Bei allem, was du irgendwie einschätzt und planst, eine kleine Schippe, ein bisschen mehr drauflegen und darauf achten, dass du auf der anderen Seite natürlich in diesem Rahmen bleibst und dir nicht erlaubst, dann doch mehr auszugeben. Jedenfalls nicht in der Regelmäßigkeit. Wenn das mal vorkommt, ist das auch nicht schlimm. Aber nur alleine dadurch wirst du nach ein paar Monaten, nach ein paar Jahren einen massiven Unterschied auf deinem Kontostand erkennen, weil du diese Haltung einmal verändert hast oder dieser Haltung einmal auf die Schliche gekommen bist.

Und wenn du jetzt Lust hast, dich mehr mit deinen Finanzen auseinanderzusetzen, mit deinen Finanzen zu starten, dann empfehle ich dir meinen kostenlosen Crashkurs. Den findest du unter geldverstehen.de/crashkurs. Da zeige ich dir, wie du es schaffst, ganz simpel deine Finanzen in den Griff zu bekommen. Ich bedanke mich fürs Zuhören, und bis zum nächsten Mal.

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