GELDVERSTEHEN
Cover des GELD VERSTEHEN Podcasts
FOLGE 88 · 8. OKTOBER 2026 · 10 MIN

Das Gönn-dir-alles Prinzip: Alles gönnen und trotzdem sparen?

Worum es geht

Beim Thema Geld haben viele sofort sparen und verzichten im Kopf. Aber wofür ist dein Geld eigentlich da? In dieser Folge stelle ich dir mein Gönn-dir-alles Prinzip vor. Und ich erkläre dir, warum es dabei noch einen ganz anderen Grund gibt, der mir sogar noch wichtiger ist.

Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:

https://geldverstehen.de

Transkript

Folge 88 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit

Gönn dir alles, wonach dir ist. Und ich meine das genau so, wie ich es gesagt habe. Ich bin heute hier, um dir zu sagen: Lebe dein Leben genau so, wie du es dir vorstellst, und gib dein Geld auch genau so dafür aus. Und zwar mit einem guten Gefühl. Denn ich glaube, Geld ist genau dafür da. Aber das ist nicht der Hauptgrund, warum ich das so sage. Es gibt nämlich einen anderen Grund dafür.

Ja, bei mir geht es im Podcast und in allen Projekten genau darum, dass es dir gut geht mit deinem Geld, dass du happy bist, dass du vernünftige Strukturen hast, die Kontrolle hast, den Überblick hast und dass du es auch schaffst, dein Geld zusammenzuhalten. Trotzdem empfehle ich ganz klar: Leb nach dem Gönn-dir-alles-Prinzip. Was das Prinzip für mich beinhaltet und warum das auch ein großer Vorteil ist für den Weg, seine Finanzen in den Griff zu bekommen und seine Finanzen, sein Geld zu verstehen, genau darüber möchte ich jetzt in dieser Folge sprechen.

Lass uns erst mal mit einem grundsätzlichen Thema anfangen: Wofür ist Geld eigentlich da? Denn es gibt ja zum Beispiel auch so Ideen wie Frugalismus, ganz kurz erklärt: Leute, die im Prinzip das Ziel haben, ganz früh in Rente zu gehen und so sparsam wie möglich zu leben, also sich im Grunde sehr, sehr einzuschränken, so viel wie es geht zur Seite zu legen, um dann später, ja, weniger arbeiten zu müssen. Und ehrlich gesagt, ich persönlich bin überhaupt kein Fan davon.

Ganz klar, jeder soll das machen, was er möchte. Das ist wunderbar. Wenn sich so ein Weg für dich richtig anfühlt, dann ist das super, dann mach das auch. Ich bin immer der Meinung, jeder sollte so leben, wie er das möchte. Und auch wenn du diesen Weg einschlägst, ist zum Beispiel unsere App oder auch das ganze Thema, was wir hier bei GELD VERSTEHEN immer bespielen, genau geeignet. Also unsere App eignet sich auch für dich, wenn du sagst: Ich bin ganz klar auf dieser Frugalismus-Schiene unterwegs. Ja, ich persönlich bin das aber nicht. Und ehrlicherweise bin ich auch nicht von dem Prinzip „Sparen, sparen, sparen, alles zur Seite legen” überzeugt, persönlich jedenfalls.

Ich bin davon überzeugt, man sollte seinen finanziellen Umgang bewusst gestalten. Denn wenn du spürst, dass du dich mit so einem Weg beschneidest, dann bringt dir das unterm Strich natürlich langfristig auch nichts, wenn du dich ständig zurückhältst und, ja, wenn du gar nicht so richtig lebst, wie du es eigentlich gerne tun würdest, und wenn es dir eigentlich damit gar nicht so gut geht. Das geht natürlich in beide Richtungen. Wenn du auf der einen Seite zu viel Geld ausgibst und spürst, dir geht es damit nicht gut, dann funktioniert das nicht. Und wenn du auf der anderen Seite zu wenig Geld ausgibst und alles verknüpfst und es dir damit nicht gut geht, dann funktioniert es logischerweise auch nicht. Daher ist es aus meiner Sicht so wichtig, den richtigen Sweet Spot zu finden. Und dazu gehört definitiv auch, Geld auszugeben.

Kommen wir jetzt zu dem Grund, warum ich sage: Gönn dir alles, oder: Leb nach dem Gönn-dir-alles-Prinzip. Was ich persönlich nämlich festgestellt habe: Gerade wenn jemand anfängt, mal seine Ausgaben zu protokollieren, mal anfängt, seine Finanzen besser verstehen zu wollen, dann ist es super, super wichtig, dass du authentisch so lebst, wie du es gerne möchtest oder wie du es bisher getan hast, dass du dich einfach so verhältst, wie du es gerne machst. Also wieder so, wie es deiner Gewohnheit entspricht. Und deswegen empfehle ich ganz klar: Verändere erst mal nichts.

Denn was du eigentlich erreichen willst, ist ein klares, echtes Gespür dafür, wo du eigentlich dein Geld ausgibst, was du hinterher schwarz auf weiß sehen kannst. Denn was du unbedingt haben willst, ist sozusagen die Ausgangssituation, die Realität, die du vielleicht verändern willst, weil es irgendwie nicht so funktioniert, wie du es dir wünschst. Natürlich. Aber du willst sie kennenlernen. Du willst die echte Realität kennenlernen. Und das ist ein viel, viel besserer Startpunkt, als wenn du dich vorher veränderst.

Also, wenn du jetzt anfängst, dich zu beschneiden, während du anfängst, dich mit deinen Finanzen auseinanderzusetzen, wenn du anfängst, Haushaltsbuch zu führen, dann versuchst du in so einer Situation schon, deine Finanzen in Ordnung zu bringen, ohne noch zu verstehen, was da überhaupt passiert. Und was dann passiert, ist, dass die Zahlen, die du hinterher siehst, natürlich eigentlich gar nicht deinem Leben entsprechen, weil die ja schon angepasst sind.

Und genau deswegen sage ich ganz klar: Wenn du startest oder wenn du dabei bist, jetzt einen Prozess anzugehen, dann leb nach dem Gönn-dir-alles und leb einfach so weiter, wie es vorher war. Improvisiere das Ganze eine Zeit lang nicht. Natürlich nicht alles wild raushauen oder jetzt blindlings Geld ausgeben, aber so authentisch wie möglich weiterleben, damit du ein glasklares Bild davon bekommst, wie deine eigentlichen Gewohnheiten sind, wie dein eigentliches Verhalten ist.

Und ich weiß schon, was du wahrscheinlich jetzt denkst. Vielleicht denkst du: Oh, wenn ich mir jetzt einfach alles gönne, dann läuft das doch komplett aus dem Ruder. Und das ist meistens, ich sag mal so in Anführungsstrichen, die Angst, die Menschen haben, denen ich das gesagt oder empfohlen habe. Und ich kann dir sagen, ja, ich habe das noch nie erlebt, dass jemand mit diesem Hinweis komplett übertrieben hat oder in eine falsche Richtung abgerutscht ist, sondern das hat eher den Druck rausgenommen, wenn so eine Idee dann da war. Also es ist niemals irgendwie vom Mindset her dann komplett in die falsche Richtung gelaufen.

Aber wie gesagt, ich habe häufig erlebt, dass da erst mal eine Angst da war und man ja schon mal anfangen will, sich anzupassen. Man will sofort loslegen, sich sofort zurückhalten, und deswegen, ja, das bremst einen langfristig dann aus, weil man nicht die richtigen Erkenntnisse bekommt. Weil du willst auf jeden Fall langfristig ein finanzielles Verhalten etablieren, was zu dir passt, was dir guttut und wo du im Prinzip deine Ziele mit erreichst. Das schaffst du nur, wenn du auch ein authentisches Verhalten etablierst. Und dafür musst du natürlich, wenn du es reflektieren willst, auch authentisch leben. Ein authentisches Verhalten also, so wie du es halt machst. Erst mal eine Zeit lang weiterleben. Weil wenn du dich jetzt schon veränderst, bevor du überhaupt genau hingeschaut hast, wirst du nie klare Erkenntnisse haben und eigentlich ja schon im Endeffekt in das nächste Problem reinlaufen.

Und ein anderer Punkt, den ich dann festgestellt habe: Wenn du wirklich nach deinen Prioritäten, also so, wie du es dir gerne vorstellst, lebst, dann übertreibst du in der Regel eher nicht. Dann gibst du Geld für Dinge aus, die dir wichtig sind. Und eins kann ich dir auch ganz klar sagen: Die Dinge, die du dir gerne leistest, sind so gut wie nie das eigentliche Problem. Wenn irgendwo Geld versickert, dann liegt das meistens woanders. Und um das erkennen zu können, brauchst du ein gutes Gesamtbild, was so realitätsnah wie möglich ist.

Also, was du auf jeden Fall mitnehmen solltest, unterm Strich: Leb dein Leben, leb nach deinen Prioritäten. Gönn dir die Dinge, die dir Freude machen. Und wenn du anfängst, dich mit deinen Finanzen auseinanderzusetzen und mal genauer hinzuschauen, dann ist das der beste Weg: einfach erst mal so weiterzumachen. Am Anfang nichts zu verändern, einfach nur aufzuschreiben, macht die Sache deutlich einfacher. Wenn man startet, dass man sich erst mal nur auf die Routine, das Aufschreiben, notieren. Schreib deine Ausgaben mit der App auf und reflektiere so im Endeffekt erst mal, wo dein Geld von der natürlichen Herangehensweise hingeht. Ganz in Ruhe, ohne irgendwelche Wertung, ohne irgendwelche Wünsche nach Veränderung.

Weil dann kriegst du ein echtes Bild, und aus diesem echten Bild heraus kannst du ganz entspannt entscheiden, was du verändern möchtest. Und das passiert meistens dann beiläufig, gar nicht so aktiv. Man muss sich gar nicht so aktiv dann hinsetzen und zwingen, weil man eigentlich schwarz auf weiß sieht, ja, wo man denn Geld ausgibt, was man eigentlich in Zukunft zusammenhalten möchte. Und deswegen ist es so wertvoll zu sagen: Gönn dir erst mal alles, leb so weiter. Aber fang an aufzuschreiben. Und reflektiere das auf die Art und Weise, dass du so realistisch wie möglich lebst, aber mitbekommst, wie du es tust. Und das ist für mich das Gönn-dir-alles.

Und wenn du jetzt Lust hast, mit deinen Finanzen zu starten, dann empfehle ich dir zusätzlich noch meinen kostenlosen Crashkurs. Den findest du unter geldverstehen.de/crashkurs. Da zeige ich dir, wie du es schaffst, ganz simpel deine Finanzen in den Griff zu bekommen.

Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen

Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.

100% kostenlos. Deine Daten sind sicher und bleiben anonym. Kein Spam und mit einem Klick einfach zu beenden.

Passende Folgen