GELDVERSTEHEN
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FOLGE 90 · 22. OKTOBER 2026 · 9 MIN

Aufs Gehalt warten – der Fehler, der dich arm hält

Worum es geht

Ich kriege mein Gehalt am 25., kann man den Monat nicht umstellen?” Diese Frage bekommen wir bei unserer App ständig. Sie klingt logisch, aber in ihr steckt ein Denkfehler, der dich von Geldeingang zu Geldeingang leben lässt, egal wie viel du verdienst. In dieser Folge erkläre ich dir, was ich in dieser Frage höre, warum der Zeitpunkt deines Gehalts eigentlich egal ist, und von welcher Ebene aus du auf dein Geld schauen solltest, damit du nicht mehr auf den nächsten Eingang wartest.

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Transkript

Folge 90 zum Nachlesen · 6 Minuten Lesezeit

Es gibt eine Frage, die hin und wieder mal von einzelnen App-Nutzern unserer App gestellt wird und die mich so ein bisschen, ja, nachdenklich stimmt, wo ich gerne mal drauf eingehen würde, weil dort ein ganz, ganz verbreiteter Fehler drinsteckt. Und die Frage geht so: „Ich bekomme mein Gehalt erst am 25. Kann man nicht in der App das so einstellen, dass mein Monat erst am 25. anfängt und nicht so, wie es aktuell ist, einfach den normalen Monat abbildet?“

Und ich muss sagen, ich verstehe natürlich, warum diese Frage kommt, weil wir ganz bewusst ja auch festgelegt haben, dass der Monat von uns vom ersten bis zum letzten Tag halt logischerweise geht. Und ja, wenn es ums Geld geht und dein Gehalt kommt erst am 25., dann denkt man vielleicht im ersten Moment, der Monat beginnt eigentlich für dich finanziell auch dort. Aber in dieser Frage steckt definitiv ein großer Denkfehler, der dich wahrscheinlich finanziell genau an der Stelle hält, wo du gerade stehst. Und ja, welcher das ist und warum ich bewusst diesen Monat auf keinen Fall so verstellen würde, verschieben würde, darum geht es in dieser Folge.

Lass uns das Ganze mal in Ruhe anschauen. Was sagt mir eigentlich jemand, wenn er sagt: „Kann der Monat für mich nicht am 25. anfangen, weil dann das Geld kommt?“ Da sagt mir ganz klar: Mein Monat beginnt erst dann, wenn das Geld kommt, und er endet dann, ja, wenn das Geld wahrscheinlich weg ist. Und deswegen ganz wichtig: Mach dir mal bewusst, was dahintersteckt. Das ist nämlich nicht: Wir leben von Monat zu Monat in einem Monatsrhythmus, sondern eigentlich lebt derjenige von Einkommen zu Einkommen oder auch von Geldeingang zu Geldeingang. Oder im Englischen heißt es von Tag zu Tag.

Und genau das ist ein riesengroßes Problem. Das hält dich in so einer Art Hamsterrad, immer wieder von Gehalt zu Gehalt zu denken. Du wartest eigentlich permanent auf den nächsten Geldeingang, damit dann irgendwie das Ganze wieder neu losgeht. Und wenn du das schon ein bisschen länger machst, dann wird sich das Muster wahrscheinlich hart verfestigt haben. Und wenn du das Ganze schon eine Weile lebst, dann hast du wahrscheinlich dieses Muster tief in dir verankert, dass du im Grunde eigentlich immer wieder auf den Geldeingang wartest und das ganze Geld dann wieder ausgibst.

Was sehr, sehr stark gebunden ist an das Thema Gesetz der Verschwendung, was ich schon häufiger erwähnt habe. Und das ist ein klassisches Beispiel für das Thema Gesetz der Verschwendung, was besagt, dass deine Ausgaben automatisch bis an den Rand deines Einkommens steigen und im Endeffekt das Geld, was du zur Verfügung hast, am Ende des Tages oder am Ende des Monats halt dann immer weg sein soll oder weg ist. Und das ist ja wahrscheinlich das Problem, in dem du dann feststellst, dass dein Geld eigentlich immer knapp ist, immer weg ist und du permanent darauf wartest, bis wieder neues Geld kommt. Und wer so plant, der hat im Grunde das Gesetz der Verschwendung schon fast in sein eigenes System eingebaut.

Und das ist natürlich ärgerlich. Was schade daran ist: dass es im Endeffekt nichts mit irgendeiner Disziplin zu tun hat, sondern einfach mit der falschen Perspektive, wie du auf dein Geld schaust, sodass dann im Endeffekt dein Konto am Ende des Monats immer leer ist und du dich fragst: Ja, wie schaffe ich es denn jetzt wieder, bis zum nächsten Geldeingang auszukommen?

Kommen wir also jetzt dazu, was ich dir stattdessen empfehlen würde. Ich würde dir empfehlen, ganz klar eine Ebene höher zu gehen und das Ganze mal abstrakter zu betrachten. Und dann, muss man sagen, ist natürlich ein anderes Thema wichtig. Es ist völlig egal, wann im Monat deine Geldflüsse laufen, egal, ob dein Gehalt am Ersten, am 15. oder am 25. kommt. Egal, ob die Miete direkt am Monatsanfang abgeht oder eine Versicherung irgendwie am 20. läuft. Das sind alles nur irgendwelche Zeitpunkte. Die sagen im Grunde gar nichts aus, ob deine Finanzen jetzt irgendwie funktionieren, ob du gut aufgestellt bist oder nicht.

Was im Endeffekt eigentlich nur zählt, die eine Sache, die du wissen musst, ist: Wie viel Kosten hast du jeden Monat? Wie viel Kosten hast du auf den Monat gerechnet, die auf dich zukommen? Alle Ausgaben, die in deinem Leben eine Rolle spielen, solltest du dort berücksichtigen und gegenüberstellen dem, was du, ja, logischerweise einnimmst. Deswegen ist es völlig egal, wann ein Geldfluss läuft, ob dein Monat am 25. beginnt oder am Ersten. Und es geht eigentlich nur darum: Wie viel Geld fließt denn da eigentlich? Und wenn du das mal klar hast, wenn du weißt, okay, das kommt im Monat rein, das geht im Monat raus, egal, wann es läuft, dann hast du erst eine klare Monatsbilanz. Und das ist das, wo ich dir raten würde, darauf hinzuarbeiten.

Genau das macht auch unsere App. Deswegen haben wir die App so aufgesetzt. Deswegen funktioniert die App, wie sie funktioniert. Sie rechnet dir alle deine Ausgaben auf den Monat runter. Und der App ist es im Grunde auch völlig egal, wann dein Geld kommt oder wann Ausgaben laufen. Denn es geht nur darum, deine Monatsbilanz zu erstellen, damit du siehst: Okay, funktioniert das, was ich da gerade mache, eigentlich? Und auf der anderen Seite willst du natürlich auch einen Vergleich haben bei deinen Ausgaben. Das heißt, du hast deine Ausgaben alle gegenübergestellt, auf den Monat gerechnet, und kannst dann jeden Tag quasi neu entscheiden, ob das alles so für dich passt und stimmig ist oder halt nicht. Und genau das zeigt die Bilanz in unserer App: Funktioniert das, was du da machst? Funktioniert es nicht? Völlig unabhängig davon, ob du vielleicht dein Geld irgendwie später bekommst oder wann irgendwelche Zahlungen laufen. Das hat dafür keine Relevanz.

Noch einmal kurz zusammengefasst: Wenn du mit der Frage unterwegs bist: Wie komme ich mit dem Geld aus bis zum nächsten Geldeingang? Dann steckst du in einem Dilemma. Dann steckst du in so einer Art Hamsterrad. Du reagierst. Du guckst irgendwie von Monat zu Monat, wie du klarkommst. Und du schaffst es mit Sicherheit nicht, eine klare Draufsicht zu haben. Deswegen rate ich dir sehr stark, das Ganze aus einer Vogelperspektive zu betrachten, mal von oben draufzuschauen und zu gucken: Wie viel gebe ich eigentlich grundsätzlich im Monat aus, und was kommt grundsätzlich rein? Und das mal gegenüberzustellen in einer, wie ich es nenne, Monatsbilanz. Damit du überhaupt siehst: Ja, funktioniert das, was ich da mache? Ansonsten lebst du einfach nur von Monat zu Monat.

Deswegen ist es auch völlig egal, wann die Geldflüsse laufen. Und darauf solltest du dich auch gar nicht konzentrieren, sondern du solltest es schaffen, dass du dort ausgeglichen unterwegs bist in deiner Monatsbilanz und, ja, im Grunde eine Draufsicht hast auf alle deine Ausgaben oder deine Geldflüsse, damit du genau weißt: Okay, das funktioniert, funktioniert nicht, und hier sind meine Stellschrauben.

Deswegen ist mein Impuls an dich: Rechne doch mal alle deine Kosten wirklich auf den Monat runter, auch die jährlichen. Stell sie deinem Einkommen gegenüber, völlig unabhängig vom Gehaltstag, einfach auf den Monat gerechnet. Dann siehst du, ob deine Finanzen funktionieren, und du kannst neu entscheiden, wie du damit umgehen willst.

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