Worum es geht
Du willst mit deinen Finanzen vorankommen — aber irgendwie geht es nicht richtig voran? In dieser Folge lernst du ein Prinzip kennen, nach dem ich selbst immer vorgehe. Bei meinen Finanzen und überall sonst, wo ich weiterkommen will: das Flaschenhalsprinzip.
Du erfährst, warum wir uns gerade beim Thema Geld so schnell verzetteln, warum dein gefühltes Problem oft gar nicht dein eigentliches Problem ist — und wie du herausfindest, wo du gerade wirklich ansetzen solltest, um den größten Schritt nach vorne zu machen.
Mehr GELD VERSTEHEN, zur Haushaltsbuch-App und weitere Ressourcen:
Transkript
Folge 78 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit
Heute geht es um ein Prinzip, nach dem ich selbst persönlich auch überall versuche vorzugehen und das dir bei deinen Finanzen enorm helfen wird, wenn du es richtig einsetzt. Und zwar das Flaschenhalsprinzip. Der Begriff kommt natürlich vom Thema Flasche. Egal, wie viel du in einer Flasche hast, wie viel Flüssigkeit da drin ist: Wie schnell du das herausgießen kannst, ist immer davon abhängig, ja, was die engste Stelle ist. Und zwar der Hals. Deswegen das Thema Flaschenhals. Also es geht darum zu schauen: Wo ist eigentlich der Flaschenhals bei einer Sache, bei der du vorankommen willst? Das ist grundsätzlich die Idee beim Thema Flaschenhalsprinzip, dass du dich darauf konzentrieren solltest, wo dein Flaschenhals ist.
Zum Beispiel taucht das Ganze im Unternehmertum häufig auf, und es ist dort ein ganz normales Vorgehen, sich darauf zu konzentrieren. Wenn man ein Geschäft betreibt, dort zu gucken: Ja, wo ist eigentlich mein Flaschenhals, wo ist der Engpass? Warum geht es gerade geschäftlich nicht weiter? Dass man als Allererstes schaut, wo genau dort dieser Flaschenhals ist, und sich dann ganz explizit um diese Sache kümmert. Und wenn die gelöst ist, dann kümmert man sich um die nächste.
Oder ein Beispiel aus dem persönlichen Thema Gesundheit: Wenn du gesünder leben willst, dann ist sicherlich nicht die beste Frage: Was kann ich alles ändern, was könnte ich alles machen? Sondern: Was ist gerade mein größtes Thema? Ist es vielleicht das Thema Ernährung? Ist es das, dass ich mich zu wenig bewege? Ist es mein Schlafverhalten? Und wenn du das nicht klar beantworten kannst, dann solltest du dich darum kümmern, erst mal zu schauen: Was ist denn wirklich dein Flaschenhals? Und diese Sache dann explizit anzugehen. Nicht alles gleichzeitig, sondern die eine Sache, die dich gerade am meisten ausbremst.
Und genau das ist das Thema dieser Folge: Was ist bezogen auf deine Finanzen dein Flaschenhals? Denn die allermeisten Menschen bremsen sich damit aus, dass sie ihren Flaschenhals nicht kennen beziehungsweise das Flaschenhalsprinzip nicht so anwenden, wie man das Ganze im besten Fall macht.
Noch einmal kurz in die Theorie: Warum ist das Flaschenhalsprinzip so clever, so smart? Weil es natürlich, wenn du mit irgendetwas vorankommen willst, immer sehr, sehr sinnvoll ist, einen Schritt nach dem nächsten zu gehen. Du kannst keine zwei oder drei Sachen gleichzeitig wirklich gut voranbringen, sondern in den allermeisten Fällen erfordert eine Aufgabe immer Fokus. Und dann macht es ganz großen Sinn, darauf zu schauen, was bei deiner Sache, die du erreichen willst, der größte Schritt nach vorne wäre, und dich dann explizit darauf zu konzentrieren. So einfach ist das. Du kannst natürlich immer fünf Sachen gleichzeitig machen, aber meistens machst du sie dann einfach nicht richtig. Und wenn du dich stattdessen auf eine Sache konzentrierst und die mal vernünftig löst, und zwar so, dass sie dann auch für die Zukunft gelöst ist, dann machst du einen riesengroßen Schritt nach vorne und kannst das nächste Thema angehen. Und so kommst du im Grunde ja am schnellsten und am weitesten voran.
Die Herausforderung dabei ist natürlich, erst mal herauszufinden: Was ist eigentlich dieser Schritt, der gerade dran wäre? Und genau da wird es bei den Finanzen natürlich spannend, denn hier liegt ein Problem gefühlt häufig ganz woanders, als es in Wahrheit ist. Das ist so ein bisschen die Erfahrung, die ich habe: dass Menschen sich dort auf die falschen Dinge konzentrieren beziehungsweise durch das, was im Außen passiert, was sie so wahrnehmen, was sie so hören, das Gefühl haben, sie müssten sich eigentlich um andere Dinge kümmern als die, die gerade wirklich anstehen, wenn man wirklich hinguckt.
Ja, lass mich das gerne so ein bisschen ausführen, damit du weißt, was ich meine. Zum Beispiel laufen sehr, sehr viele Menschen mit dem Gefühl rum: Ich müsste mich mal um meine Altersvorsorge kümmern oder ums Thema Investieren. Grundsätzlich: Was mache ich eigentlich mit meinem Geld? Ich müsste doch was zur Seite legen, vielleicht ETFs, vielleicht Aktien oder sonstige Geldanlagen. Das steht bei den meisten Menschen schon sehr, sehr lange auf der Liste. Und ja, das liegt einfach daran, dass die Außenwelt einem das so vorlebt und man überall das Gefühl bekommt, ich müsste mich darum kümmern. Aber, und das ist so ein bisschen der Punkt: Wenn man dann mit den Menschen dort genauer hinschaut, ist der eigentliche Flaschenhals häufig ein ganz anderer.
Denn wenn sie an dem Punkt sind, dass sie es noch gar nicht so richtig schaffen, konstant Geld zur Seite zu legen, bringt eine Geldanlage oder eine Geldanlagestrategie aus meiner Sicht noch gar nicht wirklich den ganz großen Hebel. Denn du hast eigentlich nichts wirklich anzulegen. Oder irgendwelche Sparpläne aufzusetzen, macht gar keinen Sinn, wenn du es nicht schaffst, auch konstant Geld zur Seite zu legen. Und zwar so, dass du auch im Alltag gut klarkommst und dir nicht, ja, in dem Moment damit ein Bein stellst, weil du ja Geld zur Seite legst, das du aktuell eigentlich auch brauchst. Und das passiert dann häufig: dass man dann im Endeffekt, ja, zwar gefühlt einen Schritt nach vorne macht, dort irgendwelche Sparpläne anlegt oder sich mit dem Thema Geldanlage beschäftigt, das Geld aber eigentlich gar nicht so übrig hat und dadurch immer wieder zurückfällt. Und deswegen ist dann natürlich der größere Hebel, und das ist für die allermeisten Menschen der Hebel, hinzuschauen: Wie schaffe ich das, dass regelmäßig verlässlich Geld übrig bleibt, womit ich dann später meine Geldanlage, meine Altersvorsorge regeln kann?
Ein anderes Beispiel: Ich bin jetzt an dem Punkt und merke, ich schaffe es nicht, vernünftig Geld zur Seite zu legen. Irgendwie ist einfach zu wenig Geld da, und am Ende bleibt nichts übrig. Was ist da der Flaschenhals, oder was kann da der Flaschenhals sein? In den allermeisten Fällen ist es nicht zu wenig Geld, was dann doch wahrscheinlich der erste Impuls ist: Ich habe einfach zu wenig Geld zur Verfügung. In den allermeisten Fällen fehlt den Menschen ein klarer Überblick, wo das Geld eigentlich hinfließt. Und dadurch, dass sie gar nicht wissen, wo sie den Hebel ansetzen könnten, weil sie gar nicht wissen, wo ihr Geld so wirklich genau landet, kennen sie einfach ihre Geldfresser nicht, wissen nicht, wo das Geld verloren geht. Und solange sie das nicht wissen und das nicht kennen, können sie das natürlich auch nicht abstellen. Und der eigentliche Flaschenhals ist, herauszufinden: Ja, wo sind meine Geldfresser? Wo geht mein Geld verloren? Und das schafft man dann in dem Moment am besten, wenn man sich einen klaren Überblick verschafft.
Das Ganze kann man natürlich ein bisschen weiterdenken. Wenn ich jetzt an dem Punkt bin: Okay, ich will jetzt Überblick haben, krieg ich irgendwie nicht hin. Dann kann man auch wieder hinschauen: Was ist eigentlich mein aktueller Flaschenhals? Für den Überblick, den du haben willst, musst du natürlich deine Finanzen erst mal irgendwo protokollieren, vernünftig aufschreiben, in ein vernünftiges Format bringen, sodass du auch den Überblick hast, und ihn nicht nur in dem Moment hast, sondern ihn im besten Fall einfach nicht verlierst. Und das bringt die meisten Menschen zum nächsten Flaschenhals: Wie mache ich das eigentlich? Wie bekomme ich das hin, dass ich im Prinzip einen klaren Überblick habe, den ich nie wieder verliere? Also lohnt es sich dort in dem Moment wirklich, sich erst mal nur darauf zu konzentrieren, einen vernünftigen Überblick zu finden, mit dem du dann arbeiten und die nächsten Schritte angehen kannst.
Ich denke, du verstehst ja, was bei dem Prinzip passiert, wenn man das konsequent weiterdenkt: Hinter dem eigentlichen grundsätzlichen Problem „Ich möchte mehr Geld anlegen“ oder „Ich möchte mich darum kümmern“ stecken ganz andere Themen, wenn man konsequent hinschaut. Deswegen macht es ganz viel Sinn, sich zuerst um das Eigentliche, um den eigentlichen Flaschenhals zu kümmern und, wenn man den gelöst hat, den nächsten anzugehen. Und so Schritt für Schritt vorzugehen, um mit seinen Finanzen vernünftig voranzukommen.
Und genau nach dem Prinzip gehe ich selbst auch immer wieder vor, in vielen Bereichen meines Lebens und natürlich auch, ja, wenn jemand zu Geld kommt, der soll als Allererstes natürlich diese Leiter nehmen und schauen, dass er da Schritt für Schritt seinen Flaschenhals findet, den nächsten Flaschenhals findet und weiterkommt. Und das ist sozusagen immer der erste Ansatz, sich selbst zu fragen: Wo muss ich gerade wirklich ansetzen?
Was ist also jetzt wichtig für dich? Was darfst du mitnehmen? Denn was ist die große Gefahr, wenn wir so ein Thema neu angehen und uns mehr damit beschäftigen wollen? Wir verzetteln uns ganz, ganz schnell. Wir wollen zu viel auf einmal. Wir setzen den Fokus falsch, sehen vielleicht, was andere machen, und lassen uns davon anstecken. Beschäftigen uns schon mal mit Geldanlage, haben aber eigentlich einen ganz anderen Hebel. Deswegen ist meine Einladung an dich: Stell dir mal die eine Frage. Nicht: Was könnte ich alles verbessern? Was wäre da irgendwie alles zu tun? Sondern: Was ist mein eigentliches Problem aktuell? Was ist mein wirklicher Flaschenhals, und was ist die eine Sache, die mich am meisten blockiert? Und dann kümmerst du dich nur darum. Nichts anderes. Und wenn das Thema dann gelöst ist, dann nimmst du dir das nächste vor.
Das ist das Flaschenhalsprinzip. So kommst du langfristig voran. Nicht alles auf einmal, aber Schritt für Schritt, mit einer relativ hohen Sicherheit, dass du damit auch erfolgreich bist. Ich hoffe, es war was für dich dabei in dieser Folge. Und ich freue mich, dass du dabei warst, und wünsche dir alles Gute bis zum nächsten Mal.
Der nächste Schritt: Bring Struktur in deine Finanzen
Genau dafür habe ich einen kostenlosen Crashkurs erstellt: Schritt für Schritt, direkt in dein Postfach, ohne Fachchinesisch – und ohne Verzichtspredigten.