Worum es geht
In dieser Folge geht es um ein Thema, das in vielen Beziehungen früher oder später auf den Tisch kommt – und das oft für ordentlich Reibung sorgt: Geld. Warum ist es so schwierig, gemeinsam einen guten Umgang damit zu finden? Und was braucht es, damit das Miteinander rund ums Geld endlich entspannter wird?
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Transkript
Folge 38 zum Nachlesen · 8 Minuten Lesezeit
Das liebe Geld ist in ganz vielen Partnerschaften ein häufiger Streitgrund, und tatsächlich taucht es auch unter den Scheidungsgründen immer unter den Top drei auf. Natürlich: Das Thema Geld ist ein Thema, was in ganz, ganz vielen Lebensbereichen einfach mit hineinspielt und natürlich auch in einer Partnerschaft ein Thema sein muss. Und ja, wenn es immer dazu kommt, dass es Diskussionen gibt oder auch Uneinigkeit, dann kann das ganz schön anstrengend sein, immer wieder Reibungspunkte zu haben. Aus meiner Sicht ist das Ganze natürlich unnötig, wenn man die richtigen Dinge beachtet. Und deswegen möchte ich in dieser Folge über zwei Spielregeln für euch sprechen, mit denen ihr diese Thematik ein für alle Mal geklärt bekommt.
Zuallererst einmal: Warum kommt es überhaupt zum Streit? Vielleicht, weil zu wenig Geld da ist? Vielleicht. Das kann sein, aber es ist eher ein anderes Thema. Und das ist aus meiner Sicht, dass einfach nicht klar ist, wie das Ganze laufen soll, und dass man sich nie abgestimmt hat, wie man sich organisiert. Und wenn man das nicht klar hat, dann ist man gezwungen dazu, immer zu improvisieren. Das führt logischerweise immer zu Diskussionen. Das lässt immer Diskussionsraum offen. Das wiederum macht müde. Dann gibt es Reibereien. Das ist anstrengend, denn logischerweise gibt jeder mal Geld aus, und das passt auch nicht immer dem anderen dann. Und genauso wahrscheinlich beidseitig.
Und wenn nicht klar ist, wer irgendwie was zahlt und was überhaupt wichtig ist für die Partnerschaft, was überhaupt konsumiert werden soll, wenn da keiner einen Überblick hat, wenn da nie drüber gesprochen wurde und alles immer nur nach Bauchgefühl organisiert wird, dann ist ja logischerweise Streit und Reibung vorprogrammiert. Denn, ja, so funktionieren Finanzen einfach nicht. Finanzen sind etwas, was auf Zahlen basiert und nicht auf Bauchgefühl. Deswegen muss man da ganz nüchtern rangehen. Nicht mit Gefühl, sondern im besten Fall die Zahlen schwarz auf weiß betrachten und ganz, ganz nüchterne Entscheidungen treffen. Und wer das komplett missachtet, der wird es schwer haben.
Was ist also grundsätzlich die Lösung? Was braucht ihr? Ihr braucht definitiv Klarheit. Und deswegen möchte ich euch jetzt zwei klare Spielregeln an die Hand geben, nach denen ihr auf jeden Fall eure finanzielle Situation mal aufstellen solltet beziehungsweise die ihr auf jeden Fall beachten solltet.
Spielregel Nummer eins: Jeder braucht seinen persönlichen Spielraum. Jeder hat persönliche Ausgaben. Jeder hat seine eigenen Ideen vom Leben. Jeder hat seine eigenen Wünsche, seine eigenen Ziele und braucht dafür auch definitiv Spielraum. Der eine hält sein Geld vielleicht gerne zusammen, der andere gibt es gerne aus. Das muss dem anderen egal sein. Es muss der Spielraum dafür da sein, dass du mit deinem Geld machen kannst, was du willst. Dafür brauchst du einen gewissen Spielraum, wo dir dein Partner nicht reinredet, wo du deinem Partner auch nicht reinredest. Der eine geht halt gerne öfter mal ins Kino, der andere kauft sich gerne Schuhe. Jeder macht seins. Und das sollte in meinem Verständnis auch in einer vernünftig organisierten Partnerschaft so sein. Und die ganz große Gefahr, wenn ihr das Ganze alles vermischt.
Deswegen gibt es die zweite Spielregel: Für gemeinsame Ausgaben braucht ihr einen klaren Plan. Und wie gesagt, wenn ihr das durcheinanderbekommt und nicht klar habt, was sind gemeinsame Ausgaben, was sind Ausgaben, die persönlich jeden Einzelnen betreffen, dann wird es ganz, ganz schwer, dort überhaupt Ordnung zu schaffen. Deswegen ist das der erste Schritt, und das ist super wichtig, dass ihr da eine klare Trennung habt. Das heißt also, Spielregel Nummer zwei: Für Gemeinsames habt ihr einen klaren Plan. Und das ist wahrscheinlich so ein bisschen die Krux für viele, da erst mal einen klaren Plan reinzubekommen, weil man natürlich darüber sprechen muss und auch eine gewisse Struktur dafür braucht. Wenn man das aber einmal aufgesetzt hat, ist das Ganze definitiv nicht so kompliziert.
Wie sieht das Ganze aus? Wie schafft man es jetzt, die gemeinsamen Ausgaben vernünftig zu organisieren? Ich empfehle dir, oder ich empfehle euch, da drei Schritte zu durchlaufen. Der erste Schritt ist superwichtig: erst mal zu ermitteln, was braucht ihr überhaupt? Was sind überhaupt eure gemeinsamen Ausgaben? Denn ihr müsst euren Bedarf kennen. Was habt ihr an gemeinsamen Ausgaben? Was ist euer gemeinsamer finanzieller Bedarf bei euren aktuellen Ausgaben? Das heißt, ihr müsst euch hinsetzen und eure gemeinsamen Ausgaben mal vernünftig ermitteln. Es ist meistens eigentlich klar, was die Dinge sind, aber in den allermeisten Fällen halt nie wirklich aufgeschrieben. In den allermeisten Fällen haben die Menschen das nicht schwarz auf weiß und wirklich festgelegt und fest definiert, was denn gemeinsame Ausgaben sind und was das genau ist.
Das müsst ihr natürlich gemeinsam einfach definieren. Meine Empfehlung zum Beispiel: Wenn ihr einen gemeinsamen Urlaub macht, ist das eine gemeinsame Ausgabe. Wenn einer von euch neue Hausschuhe braucht, dann ist das keine gemeinsame Ausgabe. Wenn ihr Miete, Strom, Gas, Telefon gemeinsam bezieht, weil ihr zusammenlebt, dann ist das natürlich eine gemeinsame Ausgabe. Aber ein Cafébesuch von einem von euch ist keine gemeinsame Ausgabe. Und das ist genau das, worum es geht: erst mal euch eine Liste zu machen. Was sind denn wirklich eure gemeinsamen Ausgaben?
Und meine Empfehlung ist: Führt gemeinsam Haushaltsbuch. Schreibt das alles mal gemeinsam auf. Trennt das Ganze im besten Fall zwischen Fixkosten – so mache ich das nämlich immer. Fixkosten ist das, was ihr auf jeden Fall an Kosten habt, weil die irgendwo vertraglich geregelt sind. Wer zusammenlebt, hat gemeinsame Fixkosten. Und auf der anderen Seite flexible Ausgaben. Ich nenne es gerne Flexkosten. Das ist zum Beispiel etwas, wenn ihr den Kühlschrank füllt, oder, ja, wenn ihr gemeinsame Kinder habt, dann habt ihr auch ganz, ganz viele flexible Ausgaben durch eure Kinder zum Beispiel.
Meine Empfehlung an dieser Stelle ist: Schaut euch unsere App an, denn die kann das gemeinsame Haushaltsbuch führen. Da könnt ihr ein Haushaltsbuch anlegen, auf das ihr beide Zugriff habt, wo ihr beide einen klaren Überblick habt: Was sind unsere gemeinsamen Ausgaben? Das ist meine ganz klare Empfehlung. Setzt ein gemeinsames Haushaltsbuch auf, schreibt mal alle Ausgaben auf, die ihr habt, und ihr seid einen riesengroßen Schritt weiter, wenn ihr wisst, welche gemeinsamen Ausgaben ihr überhaupt habt. Und dann habt ihr nämlich auch den klaren Überblick darüber, wie viel Geld ihr denn benötigt.
Und das ist nämlich die Grundlage dafür, was ihr in Schritt zwei dann klären solltet. Und zwar, ja, wie ihr diesen Bedarf dann decken könnt. Wenn ihr jetzt wisst: Okay, Summe XY ist das, was wir an gemeinsamen Ausgaben haben. Dann stellt ihr euch natürlich die Frage: Wie können wir diese Ausgaben jetzt decken? Wie können wir das Ganze bezahlen? Und dann solltet ihr definitiv klar besprechen, wer von euch wie viel dazu beisteuern sollte. Und das kann sehr, sehr individuell sein. In den meisten Fällen verdient eine Person mehr als die andere. Dann ist es vielleicht logisch, dass die Person auch mehr bezahlt. Das müsst ihr allerdings natürlich unter euch klären und definitiv so, dass beide damit zufrieden sind. Aus meiner Sicht ist der ganz große Schlüssel: Wenn das einmal vernünftig definiert ist und einmal klar ist und für beide passt, dann werdet ihr merken, fällt super viel Streitpotenzial einfach weg, weil ihr das klar festgelegt habt und eigentlich ein für alle Mal geklärt habt.
Und der dritte Schritt, und das wäre auf jeden Fall ratenswert aus meiner Sicht: Legt euch ein gemeinsames Konto zu, macht eure gesamten gemeinsamen Geldflüsse. Legt die als Daueraufträge an. Versucht, so viel wie möglich das Ganze zu automatisieren, und schon habt ihr dort ein laufendes System, was euch im Endeffekt ja schon die meiste Arbeit überhaupt abnimmt. Und das ist das, was ihr eigentlich im besten Fall haben wollt: dass ihr nicht so viel manuell macht, nicht so viel improvisiert, sondern eigentlich relativ gut und klar organisiert habt, wie ihr mit euren gemeinsamen Ausgaben umgehen wollt.
Noch einmal kurz zusammengefasst: Streit in der Beziehung über das Thema Geld ist ein sehr, sehr häufiges Thema und irgendwie vorprogrammiert, weil das in den allermeisten Fällen nie klar geregelt ist. Und wenn ihr das nicht klar besprochen habt, wie ihr mit dem Geld umgehen wollt oder mit euren gemeinsamen Ausgaben umgehen wollt, dann führt das logischerweise immer wieder zu Reibereien und Unklarheit, wer jetzt was bezahlt, wer zahlt wie viel für was überhaupt.
Deswegen ist meine ganz klare Empfehlung, zwei Regeln anzuwenden. Auf der einen Seite die Regel: Persönlich macht jeder seins. Es gibt einen persönlichen Spielraum, den jeder hat. Da kann sich jeder austoben, wie er es möchte. Regel Nummer zwei: Gemeinsames wird gemeinsam besprochen. Das heißt, ihr habt einen glasklaren Fahrplan für euch, wie ihr eure gemeinsamen Ausgaben organisiert. Ihr habt eine gemeinsame Strategie, über die ihr gemeinsam entscheidet und wo ihr klar definiert habt, im besten Fall: Was sind denn Ausgaben, die ihr dort zusammen habt? Und dort habt ihr besprochen, wie ihr euch da organisiert.
Ja, jetzt meine Frage natürlich an euch: Wie macht ihr das? Gibt es dort Streitsituationen? Worüber streitet ihr, wenn es so weit ist? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen oder schreibt mir gerne auch eine E-Mail.
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