Worum es geht
Spontankäufe sind eine der häufigsten Geldfallen im Alltag – und gleichzeitig eine der am schwersten zu durchschauenden. Wir alle kennen das Gefühl, von einem Kauf im Nachhinein nicht mehr so begeistert zu sein wie in dem Moment, als wir zugegriffen haben. In dieser Folge stellt Per einen simplen Trick vor, der genau an diesem Punkt ansetzt. Er ist schnell erlernt, lässt sich sofort im Alltag anwenden und kann langfristig einen echten Unterschied machen – ohne großen Aufwand oder eiserne Disziplin.
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Transkript
Folge 67 zum Nachlesen · 7 Minuten Lesezeit
Wer seine Finanzen im Griff haben möchte, der muss natürlich wissen, wo grundlegend sein Geld hinfließt. Aber alleine zu wissen, wo das Geld hinfließt, hilft dann auch nichts, wenn wir trotzdem zu viel Geld ausgeben. Und ein großes Problem, was viele Menschen haben, wo das Geld einfach nur so weggeht, sind Spontankäufe. Und genau da liegt für viele Menschen ein großes Problem, weil sie eigentlich nicht das ganz große Finanzthema haben, sondern ganz, ganz viele kleine Kaufentscheidungen, die im Endeffekt dafür sorgen, dass das Konto wieder leer ist.
Und ja, was sind Spontankäufe? Das sind die Käufe, die man nicht wirklich geplant hat. Die Dinge, die man sich mal kurzfristig so gönnt, und eher spontan, impulsiv und oft auch ohne nachzudenken. Und grundsätzlich ist das ja auch normal, dass wir auch mal was spontan kaufen. Das darf nur nicht überhand gewinnen. Aber es ist natürlich sehr, sehr leicht, dass wir in solche Spontankäufe verfallen. Gerade in der heutigen Zeit, wo wir überall ein Überangebot haben und es immer leichter wird, auch zu kaufen. Und wenn wir dazu neigen, viele Spontankäufe zu tätigen, dann greifen wir natürlich auch oft daneben. Und ja, deswegen möchte ich dir in dieser Folge einen einfachen Trick vorstellen, der genau an dem Punkt ansetzt, dass du in Zukunft ja deine Spontankäufe ein bisschen besser bewerten kannst oder vielleicht auch das eine oder andere Mal eher darauf verzichtest.
Was ist eigentlich das Problem bei Spontankäufen? Dass du dort keine bewusste Entscheidung triffst, dass du wirklich etwas brauchst. Das ist kein geplanter Kauf, weil du weißt, ich brauche das oder dies und jenes, sondern du kaufst einfach aus dem Grund, weil sich die Gelegenheit ergibt, vielleicht weil es günstig ist oder weil es gerade ein tolles Angebot ist oder du das Produkt noch nicht kanntest und es dir gerade in dem Moment zusagt. Besonders online ist das natürlich sehr, sehr einfach. Da werden wir überall mit Werbung überflutet, und im Prinzip sind ja auch sehr, sehr viele Werbeanzeigen schon stark personalisiert und wissen genau, dass das eigentlich ein Artikel sein könnte, der für dich sehr, sehr relevant sein kann. Und wenn wir dann dazu neigen, dass wir relativ schnell so eine Kaufentscheidung treffen, dann führt das natürlich dazu, dass wir viel mehr Geld ausgeben und natürlich auch, ja, vielleicht zu viel Geld ausgeben, weil wir uns das eine oder andere doch sparen sollten.
Deswegen ist mein Rat auf jeden Fall, dir das Thema nicht komplett zu verbieten, also dir auch Spontankäufe zu erlauben, aber dir in Zukunft eine neue Gewohnheit anzutrainieren. Und zwar sind das drei Fragen, die du dir vor jedem Spontankauf einfach mal stellen solltest oder einfach mal mental durchlaufen solltest. Und die stelle ich dir jetzt vor.
Nummer eins: Stell dir die Frage: Wie fühlt sich dein Kauf in fünf Minuten an? Wie fühlst du dich dann? Was treibt dich gerade an? Ist es ein echtes Bedürfnis, diesen Kauf zu tätigen? Oder ist es gerade aus Langeweile? Ist es gerade irgendwie Stress, den du hast? Hast du Angst, irgendwas zu verpassen? Also erst mal dir die Frage zu stellen: Wie fühlst du dich in fünf Minuten nach dem Kauf? Es geht so ein bisschen darum, den Impuls mal kurz kennenzulernen, der dafür sorgt, dass du gerade das Gefühl hast, kaufen zu wollen.
Die zweite Frage ist: Wie fühlst du dich damit in fünf Tagen? Wirst du es dann noch benutzen, den Gegenstand oder das, was du dir da gönnst? Passt es wirklich in deinen Alltag, oder war es gerade nur für den Moment interessant? Ja, das ist so ein bisschen, den Filter aufzudecken von: Das klingt ganz gut, was es dort gibt, das Angebot, das ich jetzt kaufen könnte. Dazu: Ist es wirklich nützlich? Hilft dir das Ganze in fünf Tagen noch? Ist das Thema in fünf Tagen noch relevant?
Und die dritte Frage konsequenterweise: Wie fühlt sich das Ganze in fünf Wochen an? Ist der Kauf in fünf Wochen für dich noch relevant? Bist du froh darüber, dass du diesen Kauf getätigt hast, oder liegt der Gegenstand, den du kaufst, vielleicht schon irgendwo in der Ecke und du beachtest ihn gar nicht mehr? Und ja, da geht es natürlich darum, auch ehrlich mit dir zu sein. Das ist vielleicht auch so ein bisschen härter, das Ganze zu bewerten. Und ja, wenn du hier nicht eine klare Tendenz spürst, dass du im Endeffekt davon überzeugt bist, dass dieser Kauf gerade wichtig ist für dich, dann wird sich dadurch, dass du dir alleine die Frage stellst, wahrscheinlich deine Kauflust zu diesem Produkt ganz schnell verändern. Und dann macht es auch wenig Sinn, wenn du in fünf Wochen ja diesen Kauf eigentlich lieber rückgängig machen wollen würdest – und du spürst es jetzt schon –, dass du ihn überhaupt tätigst.
Ganz wichtig noch bei der Methode, bei der Idee: Sag dir nicht, es geht darum, dass du nicht kaufen sollst, sondern du sollst rausfinden, warum du eigentlich kaufen willst. Und das mal so ein bisschen kritisch hinterfragen. Für einen kurzen Moment einmal diese Fragen mental durchgehen, und du wirst merken: Wenn du dir das angewöhnst, bei jedem Spontankauf mal vorher darüber nachzudenken, was bedeutet das eigentlich in der Zukunft für mich, dann wirst du definitiv andere Kaufentscheidungen treffen und die eine oder andere Kaufentscheidung wahrscheinlich im Vorfeld auch schon sein lassen. Und natürlich, wenn du in dem Prozess feststellst, du hast alle drei Fragen mit „Ja, finde ich gut, auch in fünf Wochen ist es noch relevant“ beantwortet, dann ist es natürlich auch ein klares Zeichen dafür, dass die Kaufentscheidung eine richtige sein kann.
Vielleicht ein bisschen noch zum Hintergrund des Ganzen: Wie funktioniert dieser Prozess? Also, unser Gehirn gewichtet die aktuelle Gegenwart immer viel stärker als die Zukunft. Das ist nicht irgendwie eine Schwäche oder so was, sondern so ticken wir einfach. Und deswegen: Darauf spielt die ganze Werbung da draußen, die ganzen Rabattaktionen. Ja, die sind darauf ausgelegt, dass du jetzt kaufst und nicht morgen, und wollen dich unbedingt davon überzeugen, jetzt in diesem Moment diesen Kauf zu tätigen. Und deswegen ist es sinnvoll, dir diese drei Fragen anzugewöhnen und dich so ein bisschen zu einer kurzen mentalen Pause zu zwingen. Und in der Pause mal ganz kurz deinen rationalen Teil, der so ein bisschen logisch das Ganze bewertet, zu aktivieren und mit ins Boot zu holen bei der Kaufentscheidung.
Denn meistens braucht man nicht ganz große Willenskraft, um jetzt, ja, auf einen in dem Moment attraktiven Kauf zu verzichten, sondern einfach nur mal ein paar Sekunden Abstand, um selber zu reflektieren und zu verstehen: Okay, ich brauche das gar nicht. Und dann fällt einem das Nichtkaufen in dem Moment auch deutlich leichter, wenn man merkt, dass es eigentlich wirklich Quatsch ist, nachdem man es mal kurz rational mit Abstand bewertet hat. Denn – und das ist ganz wichtig – Finanzen ordnen heißt natürlich auch zu verstehen, warum du dein Geld ausgibst. Und das ist das, wo ich mit dem Thema GELD VERSTEHEN hier natürlich immer darauf einzahle. Du sollst im Prinzip immer mehr deine Motive, deine Prioritäten kennenlernen und nicht wahllos dein Geld ausgeben, denn dann ist dein Geld einfach nur weg.
Deswegen macht es ganz, ganz viel Sinn, so etwas zu reflektieren. Auch genau hinzuschauen, warum du Geld ausgibst und für welche Dinge und was dir wirklich wichtig ist. Und das ist meistens auch eine rationale Entscheidung dabei. Deswegen ist es so wertvoll, sich solche Fragen zu stellen, bevor du einkaufst. Daher also mein Impuls: Das nächste Mal, wenn du etwas wirklich kaufen willst, frag dich diese Fragen. Geh sie einmal durch und überlege kurz: Okay, wie könnte das in der Zukunft aussehen? Und wenn du zögerst, ob der Kauf der richtige ist, dann hast du eigentlich schon deine Antwort. Dementsprechend, ja, wird dir das helfen, dort Klarheit reinzubekommen. Ich bedanke mich fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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